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Mikroplastik in Kosmetikprodukten belastet Lebensmittel

So gefährlich sind Mikroperlen
So gefährlich sind Mikroperlen In Zahnpasta & Co. stecken Plastikteilchen 00:02:33
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Polyethylen kann die Gesundheit gefährden

Mit gerade einmal 0,3 bis 5 Millimeter Durchmesser sehen die kleinen Kügelchen eigentlich absolut harmlos aus. Die Rede ist von sogenanntem Mikroplastik - kleinen Kunststoffteilchen, die meist aus Polyethylen bestehen. Weil sie gut reinigen, sind sie häufig in Kosmetikprodukten, wie Peelings, Duschgel oder Zahnpasta zu finden. Doch die kleinen Partikel sind heftig umstritten. Sie sollen über das Abwasser in die Umwelt und sogar in unser Essen gelangen.

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Warum diese Kunststoffkügelchen, darunter vor allem Polyethylen, in unserem Abwasser Besorgnis erregend sind, erklärt Chemieprofessor und Mikroplastik-Experte Professor Gerd Liebezeit: "Polyethylen ist ein synthetisches Polymer. Das kennen Sie aus Einkaufstüten, die lösen sich ja auch in Wasser nicht auf. Also löst sich auch das Mikrogranulat nicht auf." Die Kosmetikindustrie verwendet das Plastik aber dennoch und das nicht gerade sparsam. Der Grund dafür ist, dass Polyethylen nicht nur günstig zu erwerben, sondern auch sehr weich und hautschönend sei, sagt Liebezeit.

Über den Abfluss und durch die Kanalisation gelangt das Mikroplastik dann ins Klärwerk. In der Kläranlage gibt es zwar Bakterien, deren Job es ist, das Wasser von Plastik zu reinigen, allerdings sinken diese Bakterien nach unten. Die Plastikkügelchen hingegen sind so leicht, dass sie oben schwimmen. Die Anlage kann also das Plastik nicht erfernen und so gelangen nachgewiesene Mengen davon aus dem Klärwerk in unsere Flüsse und über diese sogar in die Meere. Die Natur selbst braucht Jahrhunderte, bis sie Plastik abgebaut hat.

In den Gewässern werden die Plastikteilchen dann von Meerestieren aufgenommen, die diese mit Nahrung verwechseln. Und da wir Menschen wiederum Meeresfrüchte und Fische essen, nehmen auch wir die Schadstoffe in uns auf. Welchen Effekt das konkret auf unsere Gesundheit hat, ist noch nicht erforscht, weshalb Mikroplastik in Kosmetika auch noch nicht verboten ist. "Vor dem Hintergrund bestehender Regelwerke (…) kommt es ganz entscheidend auf eine abschließende Beurteilung der Umweltauswirkungen an", schreibt das Bundesumweltministerium.

Kosmetikhersteller wie Unilever oder Procter & Gamble wollen nun keine neuen Produkte mehr mit Polyethylen auf den Markt bringen. Wer aber jetzt schon kein Mikroplastik in seiner Kosmetik haben möchte, der sollte einen genauen Blick auf die Verpackung werfen, und auf Produkte umsteigen, die natürliche Inhaltsstoffe haben.