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Migränebehandlung: Auslöser erkennen und Migräneanfall behandeln

Ein Schmerztagebuch kann helfen, die Ursachen für Migräne zu identifzieren.
Stress und Verspannungen sind häufig der Auslöser für Migräneattacken. Nur wer die Auslöser kennt, kann der nächsten Attacke gezielt vorbeugen.

Schuld sind Hormone und Stress

Hormone und Stress sind mit Abstand die häufigsten Migräneauslöser. Drei Viertel der Migränepatienten kennen ihren persönlichen Trigger (Auslöser) auch und wissen wodurch ihre Kopfschmerz-Attacken verursacht werden. "Diese Studienergebnisse aus den USA können auch auf Deutschland übertragen werden. Auch hierzulande gibt es Untersuchungen, dass vor allem Frauen Hormonschwankungen und beruflichen sowie privaten Stress als Grund für die quälenden Kopfschmerzattacken angeben", berichtet Dr. Jan Brand, Chefarzt von der Migräneklinik Königstein und medizinischer Experte der MigräneLiga. Etwa 20 Millionen Deutsche leiden an Kopfschmerzen wobei rund 10 Millionen Migränepatienten sind. Das Gewitter im Kopf trifft in erster Linie Frauen. Besonders oft kommt es während der Menstruation zu heftigen, hormonell-bedingten Schmerzattacken.

Allerdings kennen nicht alle Patienten den Auslöser ihrer Migräne. Doch genau das ist wichtig, um eine individuelle Therapie starten zu können. Ernährung, Schlaf-Wach-Rhythmus, Stress, emotionale Belastung, Wetterschwankungen – die Liste der potenziellen Gründe für das ’Gewitter im Kopf’ ist lang. Experten empfehlen daher das so genannte Kopfschmerztagebuch, in das der Betroffene alle Auffälligkeiten notiert. Kommen die Attacken wenn man mal ausschlafen kann, wenn der Chef eine Standpauke gehalten hat, oder wenn bestimmte Medikamente konsumiert wurden? Mit Hilfe des Tagebuchs kann der individuelle Trigger definiert werden. Ist dies geschehen, können einige Auslöser vermieden oder therapiert werden.

Kopfschmerz ist nicht immer auch Migräne

Neben der Identifikation des persönlichen Triggers ist auch die richtige Diagnose eine Grundvoraussetzung für eine effektive Behandlung, denn nicht jeder Kopfschmerz ist immer auch eine Migräne. Bluthochdruck oder Verspannungen beispielsweise können ebenfalls Schmerzen im Kopf auslösen, die mit Medikamenten therapiert werden, die beim Migräneschmerz wirkungslos bleiben. Die Migräne wird oft mit Triptanen bekämpft, welche keine Schmerzmittel sind, sondern das Verkrampfen und anschließende Erweitern der Gefäße beeinflussen und somit eher an der Ursache als an den Symptomen wirken. Bei Spannungskopfschmerzen würden diese Medikamente nicht wirken.

Migräne ist unheilbar, aber…

…es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die das Leben mit den Schmerzattacken erleichtern. Neben der akuten medikamentösen Behandlung der Schmerzen ist eine gezielte Prophylaxe von Bedeutung. Diese ist wiederum vom Trigger abhängig und damit von Patient zu Patient unterschiedlich. „Die ideale Behandlung ist eine Kombination aus nichtmedikamentösen Strategien wie Entspannungsübungen, Sport und Verhaltensänderung, Vorbeugung sowie einer medikamentösen Therapie in enger Absprache mit dem Arzt", fasst Migräneexperte Dr. Brand zusammen.

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