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Migräne-Ursachen gefunden: Forscher entdecken rund 30 neue Risikogene

7 Tipps gegen Migräne
7 Tipps gegen Migräne Das hilft bei akuten Kopfschmerzen 00:00:54
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Weltweit größte Migräne-Studie

Pochen hinter den Schläfen, Müdigkeit, empfindliche Augen und mehr: Etwa jeder siebte Erwachsene leidet unter Migräne. Allein in Deutschland treten laut der 'Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft' pro Tag etwa 350.000 Migräneanfälle auf. Und obwohl die Krankheit so viele Menschen in ihrem Alltag stark einschränkt, sind die Ursachen dafür nicht komplett erforscht. Ein Forscherteam hat nun neue Hinweise für die Gründe gefunden.

Frau hat Migräne
Forscher entdecken rund 30 neue Migräne-Risikogene. © Alliance - Fotolia, Ihar Ulashchyk

Dass bei der Entwicklung einer Migräneerkrankung genetische Faktoren eine Rolle spielen, ist bereits bekannt. Doch um das Verständnis für Migräne zu verbessern und neue Therapiemöglichkeiten zu entwickeln, forschen Wissenschaftler weiter nach genetischen Markern.

So auch die Forscher, die sich im 'Internationalen Kopfschmerz-Genetik-Konsortium‘ zusammengeschlossen haben. Sie haben in der weltweit größten Studie die genetischen Muster von 375.000 Menschen aus Europa, den USA und Australien untersucht. Darunter etwa 60.000 Schmerzgeplagte, die regelmäßig unter Migräne leiden. Das Ergebnis: Sie konnten mehr als 30 neue genetische Risikofaktoren identifizieren, die mit Migräneerkrankungen zusammenhängen.

Grund für Migräne-Anfall: gestörte Blutversorgung

Bisher waren nur zehn Migränegene bekannt. Nun fanden die Forscher insgesamt 38 Gene, die bei der Entstehung der Krankheit eine Rolle spielen.

"Interessanterweise ist von rund zehn dieser Gene bereits bekannt, dass sie in Verbindung mit Erkrankungen der Blut- und Lymphgefäße stehen“, erklärt Professor Stefan Schreiber, der an der Studie beteiligt war. Viele dieser Genvarianten liegen nämlich in Bereichen, die für die Blutversorgung des Gehirn zuständig sind. Diese Erkenntnis stützt die Theorie, dass Störungen der Blutversorgung im Gehirn zu Migräneanfällen führt.

Die neue Studie sei ein Meilenstein für das Verständnis der Migräne, sagt Hartmut Göbel von der Schmerzklinik Kiel. Der deutsche Migräneforscher hat ebenfalls an der internationalen Studie mitgearbeitet. Je besser man eine Krankheit verstehe, desto besser könne man gegen sie ankämpfen - zum Beispiel mit individuellen Therapien.

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