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Mietrecht: Diese Tiere dürfen in die Wohnung

Streitpunkt Tier: Darf der Vermieter einen Hund verbieten?
Streitpunkt Tier: Darf der Vermieter einen Hund verbieten? © REUTERS, PHIL NOBLE

Warum ein Yorkshire-Terrier gar kein Hund ist

Ein kleines Plätzchen für das süße Katzenbaby ist schon gefunden. Aber kaum ist das Haustier als neues Familienmitglied aufgenommen, soll es wieder weg: Der Vermieter ist dagegen, untersagt die Haltung in der Mietwohnung. Aber darf er das überhaupt?

Die Haltung von Tieren jeder Art in der Mietwohnung ist gesetzlich nicht geregelt. Grundsätzlich gilt: Die Wohnung darf nur zum vertragsgemäßen Gebrauch genutzt werden. Schlechte Karten also für Schweine- oder Pferdeliebhaber. Denn eine Wohnung ist nun mal kein Tierstall.

Aber kann der Vermieter auch die Haltung von Klein- oder Haustieren einfach verbieten? Ist im Mietvertrag die Haltung von Tieren nicht geregelt, dann muss der Mieter auch nicht vorher den Vermieter fragen, wenn er sich einen Hund oder eine Katze zulegen möchte. Probleme kann es nur danach geben. Wenn der Hund dauernd den Hausflur beschmutzt und in der Wohnung laut bellt, dann könnte er die Nachbarn belästigen. Ist das der Fall, kann der Vermieter sogar nachträglich verlangen, dass das Tier aus der Wohnung entfernt wird.

In vielen Mietverträgen findet sich ein Erlaubnisvorbehalt des Vermieters. Das bedeutet: Der Mieter muss erst beim Vermieter um Erlaubnis fragen, ob er ein Tier halten darf. Das gilt aber nur für größere Tiere. Wer Kleintiere halten möchte, die in Käfigen, Aquarien oder Terrarien gehalten werden können, benötigt nicht die Zustimmung des Vermieters. Denn diese können weder die Mietwohnung beschädigen noch die Nachbarn durch Gerüche oder Geräusche belästigen. So sind nach der Rechtsprechung in Käfigen gehaltene Leguane oder Elstern als Kleinvieh zu werten. Aber auch Yorkshire-Terrier sind nach Ansicht der Gerichte wie Kleinvieh zu behandeln - und nicht wie Hunde. Begründung: Von ihnen gehe keine Belästigung für andere Hausbewohner aus.

Bei Haustieren sollte der Vermieter informiert werden

Doch ausgerechnet bei Haustieren wie Hunde und Katzen darf der Vermieter mitentscheiden, ob sie in die Wohnung dürfen. In einem Grundsatzurteil (Az. VIII ZR 340/06) hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden, dass in den Mietverträgen die Haltung von Haustieren nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden darf. Allerdings ist ein Erlaubnisvorbehalt im Mietvertrag gültig.

Das bedeutet aber noch nicht, dass der Vermieter aus einer Laune heraus entscheiden darf, ob der Mieter eine Katze in die Wohnung holen darf - oder nicht. Um feststellen zu können, ob die Haltung eines Haustieres zum vertragsgemäßen Gebrauch der Wohnung gehört, ist laut BGH eine umfassende Abwägung der Interessen des Vermieters, Mieters und der Nachbarn erforderlich.

Sind alle Hausbewohner mit der Haustierhaltung einverstanden, dann hat der Vermieter eigentlich keinen Grund abzulehnen. Andersherum bedeutet das aber noch lange nicht, dass die Haltung von Tieren untersagt werden darf, nur weil sich die Nachbarn davor ekeln. So dürfen Mieter Ratten oder sogar Schlangen in ihrer Wohnung halten. Ausschlaggebend ist vor allem, ob objektive Gefahren oder Beeinträchtigungen Anderer ein Verbot rechtfertigen können. So sei von einer ungiftigen Königsnatter weder eine Geruchs- noch Lärmbelästigung zu erwarten, sodass sie in der Wohnung gehalten werden darf, urteilte das Amtsgericht Brückeburg. Exoten wie Affen, giftige oder gefährliche Tiere sind allerdings keine Haustiere. Untersagt der Vermieter eine Haltung in der Wohnung, muss das der Mieter akzeptieren. Hält er sich nicht daran, dann droht ihm sogar eine fristlose Kündigung.

Wer sich als Mieter ein Haustier zulegen möchte, sollte sich vorher mit seinen Nachbarn absprechen. Haben die nichts gegen eine Haltung einzuwenden, dann sollte auch der Vermieter wenig Gründe haben zu widersprechen. Für das kleine Katzenbaby besteht also jede Menge Hoffnung.

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