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Midlife Crisis: Wechseljahre auch für Männer ein Problem

In der Midlife Crisis drehen Männer noch einmal richtig auf.
Mit Statussymbolen die Mänlichkeit erhalten. © picture-alliance/ dpa, Frank May

Wenn die Wechseljahre bei Männern zum gesundheitlichen Problem werden

Jawohl: Auch Männer kommen in die Wechseljahre, früher etwas dramatischer "Midlife Crisis" genannt. Wechseljahre – dieses Frauenzeugs haben doch echte Kerle nicht! Aber die Krise in den „besten Jahren“ ist eben doch hormonell bedingt, weiß man inzwischen. Und Mediziner erkennen die Adrenopause zunehmend als gesundheitliches Problem an.

Die Produktion des männlichen Sexualhormons Testosteron im Körper des Mannes nimmt ab ungefähr 40 Jahren ab. Der Prozess kann früher oder später einsetzen. Während Frauen aber den Eintritt in die Wechseljahre mit klaren körperlichen Veränderungen erleben - ab Anfang 40 gerät die Regel außer Takt - kündigt sich das Klimakterium (von griech. klimakter: "Stufe, gefahrvoller Lebensabschnitt") bei Männern zunächst offenbar stärker im seelischen und psychosomatischen Bereich an. Aber eben nicht nur.

Genau wie Frauen schlafen Männer in den Wechseljahren oft schlecht, schwitzen in der Nacht, nehmen zu. Während Frauen sich stark über ihr Äußeres definieren und unter Falten und grauen Haaren leiden, definieren sich Männer eher über ihre Potenz, besonders die sexuelle. Deswegen gleicht es einer Katastrophe, wenn der „beste Freund des Mannes“ bockt. Auch das gehört nämlich zu den Anzeichen der Adrenopause.

Hormonbehandlung bei Männern noch wenig erforscht

Kann denn der Hormonabfall nicht durch Hormonpräparate ausgeglichen werden? Prinzipiell ist dies möglich. Doch Hormonbehandlungen beim Mann sind zu wenig erforscht und umstritten, da Nebenwirkungen wie Leberschäden, Gefäßverengungen, Bildung eines männlichen Busens und Thrombose auftreten können. Auch Prostatakrebs kann durch eine solche Hormonbehandlung gefördert werden.

Eine ausgewogene gesunde Ernährung, körperliche Aktivität, Normalgewicht und Stressabbau, z.B. durch autogenes Training, können die Beschwerden günstig beeinflussen. Was außerdem nützen kann, ist der Versuch, an der inneren Einstellung zu arbeiten, das Altern zu akzeptieren. Eingeständnis ist der erste Weg aus der Krise.

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