Michael Schumacher: Arzt gibt Prognose zur Rehabilitation ab

Mediziner gibt Prognose zur Rehabilitation Schumachers

Es ist die schönste Nachricht des Tages: Nach seinem schweren Skiunfall vor einem knappen halben Jahr ist Michael Schumacher jetzt aus Koma erwacht. Das hat seine Managerin Sabine Kehm am Montag mitgeteilt. Der Medizinexperte Dr. Christoph Specht erklärt, was diese Nachricht im Detail bedeutet und wie die Prognosen für Michael Schumacher sind.

Michael Schumacher: Arzt gibt Prognose zur Rehabilitation ab
© dpa, Jens Büttner

Michael Schumacher hatte Ende 2013 bei einem Skiunfall ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Wenn ein Skifahrer mit 50 km/h eine andere Person umfährt, wirkt auf den Kopf das 93-fache Körpergewicht. Michael Schumachers Unfall war sogar noch schlimmer, denn er ist auf einen Felsen geprallt. Hätte er keinen Helm getragen, wäre er sofort tot gewesen. Den Schweregrad des Schädel-Hirn-Traumas von Michael Schumacher beurteilt der Mediziner Dr. Christoph Specht folgendermaßen: „Wir wissen, dass er einen sehr hohen Schweregrad erwischt hat." Allerdings sei es ein großes Glück gewesen, dass Michael Schumacher eine Helm getragen habe. „Ein Helm hilft auf jeden Fall, direkte punktuelle Gewalt zu verhindern und verteilt somit einwirkende Kraft“, erklärt Specht.

Bereits im Januar hatten die Ärzte begonnen, die Medikamente zu reduzieren, um die Aufwachphase einzuleiten. Vor zwei Monaten soll es erstmals Momente des Bewusstseins und des Erwachsens gegeben haben. Die Nachricht von Schumachers Erwachen müsse allerdings vorsichtig interpretiert werden: „Erwacht kann vieles heißen. Es gibt verschiedene Level. Man darf sich das nicht so vorstellen wie einen Lichtschalter, den man umklappt und plötzlich ist er dann da.“ Generell wertet Specht die Entwicklung jedoch als durchweg positiv.

Auf die Frage, ob der Charakter eines Menschen einen Einfluss auf die Fortschritte der Genesung habe, antwortet Specht folgendermaßen: „Unbedingt, für die Phase der Rehabilitation, die sich jetzt anschließt, ist es wichtig. Dafür ist es extrem entscheidend, welche körperliche Konstitution jemand hat und welche psychische. Kämpfer-Typen haben bessere Karten, weil sie das Training sehr, sehr ernst nehmen.“ Aber auch wenn Michael Schumacher ein Kämpfer sei, könne man in dieser Phase nur kleine Fortschritte erwarten.

Danach gefragt, welche Prognosen zur Genesung man anhand der heutigen Entwicklungen stellen könne, antwortet Specht: „Üblicherweise ist es so, dass die größten Fortschritte in der ersten Phase stattfinden. Im Laufe der Jahre kommen dann immer wieder kleine Schritte dazu. Manche Patienten erholen sich davon wieder sehr anständig“, so Specht.

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