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#Metoo-Debatte: Was ist sexuelle Belästigung? Was ist Sexismus?

#Metoo: Was ist sexuelle Belästigung?
#Metoo: Was ist sexuelle Belästigung? Anwältin schätzt Situationen ein 00:02:54
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Wo fängt sexuelle Belästigung eigentlich an?

Harvey Weinstein, Kevin Spacey und diverse britische Politiker – das Thema sexuelle Belästigung lässt uns nicht los. Der Hashtag #Metoo geht derzeit um die Welt. Aber was genau heißt "sexuelle Belästigung"? Wir haben bei einer Anwältin nachgefragt.

Alyssa Milano hat #Metoo-Diskussion angestoßen

Die Schauspielerin Alyssa Milano hatte Frauen dazu aufgerufen unter dem Hashtag #Metoo ihre Geschichte zu erzählen, wenn sie Opfer sexueller Gewalt geworden sind. Und das haben Millionen Frauen gemacht. Sie berichten über Vergewaltigungen, über unschöne Berührungen, über sexistische Kommentare, über anzügliche Komplimente. Sexuelle Belästigung ist ein weites Feld, daher diskutieren derzeit sehr viele Menschen darüber, was Männer dürfen und vor allem nicht dürfen. Aber auch darüber, ob Frauen vielleicht an der einen oder anderen Stelle mit ihren Beschuldigungen übertreiben.

Grund genug nachzuhaken: Was ist sexuelle Belästigung, was ist Sexismus? Unsere Reporterin hat Frauen gefragt, was sie sich gefallen lassen mussten und eine Rechtsanwältin gebeten, diese Fälle einzuschätzen. Die Ergebnisse können Sie sich im Video anschauen.

Frage 1 von 1:

Belästigung oder nur Flirt? Ein Thema, was viele Frauen beschäftigt!

Nur Spaß, ein netter Flirt oder schon Belästigung? Belästigung kann in verschiedener Art und Weise und an jedem Ort stattfinden. Besonders verbreitet ist allerdings die sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Oftmals ist nicht ganz klar, wo die Grenze zwischen einem Flirt und einer Belästigung liegt. Immer mehr Frauen müssen sich schlüpfrige Bemerkungen über ihre Figur gefallen lassen oder werden mit Briefen oder Telefonaten belästigt. Wurden auch Sie schon mal belästigt? Stimmen Sie ab!

ODER
© Fotolia, dpa

Sexuelle Belästigung: Ein Nein heißt nein!

Unterm Strich steht aber: Niemand muss sich Dinge gefallen lassen, die ihr oder ihm missfallen. Ein Nein heißt nein. Das fängt bei Worten an, gilt bei Berührungen und im schlimmsten Fall natürlich auch bei sexueller Belästigung oder Übergriffen. Sie selber müssen für sich selbst definieren, was Ihnen unangenehm ist, was Ihnen zu viel ist – und das sollten Sie dem Mann auch sagen. Im Normalfall wird er sich für unangebrachte Bemerkungen entschuldigen und in Zukunft sensibler agieren.

Es ist es wichtig, sich aus einer Opferrolle zu befreien und selbstbewusst aufzutreten. Machen Sie sich klar: Sie sind nicht schuld! Es liegt nicht an Ihrer Figur oder der Kleidung, die Sie tragen, dass Sie dumm angemacht werden, sondern einzig und allein am Täter.

Das können Sie tun:

Teilen Sie deutlich mit, dass Sie nicht auf diese Art und Weise behandelt werden wollen. Sei es am Arbeitsplatz, in der Straßenbahn oder wo auch immer Sie sich befinden.

Sagen Sie, dass Sie ein solches Verhalten nicht hinnehmen und dass sich der Täter damit strafbar machen kann. Das muss nicht persönlich sein, sondern kann auch z.B. im Job per Mail erfolgen – möglichst sachlich und mit genauer Nennung des Vorfalls (wann, wie, wo, was).

Wenn Sie sich in akuter körperlicher Gefahr befinden: Rufen Sie um Hilfe, machen Sie Menschen in Ihrem Umfeld auf sich und Ihre Situation aufmerksam. Versuchen Sie sich aus der Situation zu befreien und wegzulaufen. Gehen Sie auch unbedingt zur Polizei und zeigen Sie den Täter an – auch, um andere Frauen vor Übergriffen zu schützen

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