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Metabolic Typing: Schlank mit Stoffwechsel-Diät

Metabolic Balance: Die Stoffwechsel-Diät
Metabolic Balance: Die Stoffwechsel-Diät So purzeln die Pfunde 00:09:44
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Gesund abnehmen mit Metabolic Typing

Nein, Metabolic Typing ist nicht noch so eine Wunderdiät, die zehn Kilo weniger in drei Wochen verspricht. Es wird auch nicht versprochen, dass die Pfunde "fast wie von selbst" verschwinden. Ziel ist vielmehr eine komplette Ernährungsumstellung, mit dem schönen Nebeneffekt der Gewichtsreduktion.

Metabolic Typing: Schlank mit Stoffwechsel-Diät
© Glamy - Fotolia

Von Nora Hespers

Auf der Suche nach einem alltagstauglichen Ernährungskonzept, das zum einen nicht das Blaue vom Himmel verspricht und zum anderen auf ausgewogener Ernährung basiert, wird nur fündig, wer sich auf eine intensive Suche macht. Metabolic Typing  - was sich anhört wie ein Geheimtipp, ist aber in Wirklichkeit ein ausgeklügeltes Ernährungskonzept. Es beruht auf der Annahme, dass nicht jeder Mensch die gleichen Lebensmittel gleich gut verträgt.

Jedes Nahrungsmittel wird, das kennt jeder aus zahlreichen Diäten, drei verschiedenen Nährstoffgruppen zugeordnet: Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette. Aus diesen drei Stoffen gewinnt der Körper Energie. Wird zu viel Energie zugeführt, legt sich der Körper einen Vorrat für schlechte Zeiten an: Speckröllchen. Metabolic Typing geht davon aus, dass der menschliche Stoffwechsel individuell ist. Nicht jeder verträgt die gleichen Mengen Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette.

So wie nicht jeder Automotor mit Benzin läuft, sondern vielleicht besser mit Diesel oder Super. Zuviel vom falschen Kraftstoff macht dick und damit unter Umständen krank. Falsches Essen kann den Körper aber auch einfach nur weniger leistungsfähig machen. Nämlich genau dann, wenn er die Energie braucht, um das für ihn falsche Essen zu verarbeiten. Diese Stoffwechselenergie zieht er dann einfach der Leistungsenergie ab. An dem alten Sprichwort: "Voller Bauch studiert nicht gern." scheint also was dran.

Mit einem speziellen Testgerät kann ein geschulter Ernährungsberater bestimmen, zu welchem Stoffwechsel-Typ und zu welchem Drüsen-Typ die Testperson gehört. Dazu wird zunächst ein elektromagnetisches Armband am Unterarm angebracht. Dann werden zu verschiedenen Parametern Muskelreaktionen abgefragt, indem ein schwacher elektromagnetischer Impuls in den Arm gesendet wird. Je nach Impulsstärke reagiert der Armmuskel mit dem sogenannten Armlängenreflex – das heißt, der Muskel zieht sich entweder leicht zusammen oder entspannt sich. Damit ist der Arm, der auf den Impuls reagiert länger, bzw. kürzer als der andere Arm.

Überprüft wird der Armlängenreflex, indem die Arme mittig vor dem Körper zusammengeführt werden. Wenn die Daumen nicht mehr mittig vor dem Körper zusammenstoßen und sich stattdessen überkreuzen, hat der Armmuskel auf den Impuls reagiert. Soweit zumindest die Theorie. Die Interpretation hängt natürlich von der Sensitivität Ihres Gegenübers ab. Und auch von Natur aus unterschiedlich lange Arme müssen berücksichtigt werden. Das Gerät zur Messung wurde von Dr. Klaus-Dieter Holzrichter entwickelt, der diese Geräte im Zusammenhang mit einem entsprechenden Seminar vertreibt. Ob der Seminarteilnehmer das Erlernte auch richtig anwendet, wird nicht überprüft.

Typisierungs-Test verschafft Klarheit

Im zweiten Teil des Tests wird der Ist-Zustand des Körpers überprüft. Mit der sogenannten BIA-Messung (Bioelektrische Impedanz-Analyse) wird der Körperfettanteil gemessen. Die Messung ist bei Ernährungsberatern und auch Ärzten gängige Praxis, wissenschaftlich anerkannt und angenehmerweise absolut schmerzfrei. Auf Handrücken und knapp Unterhalb des Ellenbogens werden dazu zwei Metall-Elektroden aufgeklebt. Diese werden mit Hilfe kleiner Kabel mit dem Messgerät verbunden. Das Gerät schickt einen schwachen, nicht spürbaren Strom durch den Körper und misst den Widerstand. Da Fett Strom nicht besonders gut leitet, ist der Widerstand umso höher, je mehr Fett im Körper ist, das heißt, es kommt mit höher werdendem Fettanteil immer weniger Strom zum Gerät zurück. Dass zu viel Fett im Körper nicht gerade gesund ist, muss an dieser Stelle wohl nicht extra erwähnt werden.

Am Ende eines einstündigen Gesprächs mit zwei Messungen, wird man dann einem von fünf Stoffwechsel-Typen zugeordnet. Verfeinert wird diese Spezifizierung durch einen von vier (bei Männern drei) Drüsen-Typen. Dazu gibt es noch eine ziemlich lange Liste. Auf der steht, in welche Nährstoffkategorie ein Lebensmittel gehört und was sich gut, neutral, ungünstig oder ganz negativ auf den Stoffwechsel auswirkt. Je nachdem in welcher Schublade der eigene Stoffwechsel gelandet ist, muss ein bestimmtes Mischverhältnis von Kohlenhydraten, Eiweiß und Fett eingehalten werden. Am besten kombiniert aus den Lebensmitteln, die als besonders gut verträglich gekennzeichnet sind. Dass Alkohol, Schokolade und Chips zu den "schlechten" Lebensmitteln gehören, verwundert kaum. Eine kategorische Ablehnung dieser Lebensmittel findet aber nicht statt.

Empfohlen wird, sich in den ersten zwei Wochen intensiv mit dem Ernährungsplan auseinander zu setzen. Die Lebensmittel sollen zunächst gemessen und gewogen werden. Außerdem wird empfohlen, ein kleines Tagebuch zu führen. Aber nicht etwa über Essensmengen und die großen und kleinen Sünden. Nein, hier soll sich jeder selbst beobachten und lernen, auf das zu hören, was der Körper sagt. Geht es mir gut oder schlecht, wenn ich Schokolade gegessen habe? Wie fühle ich mich, wenn ich zu viel Eiweiß oder zu viele Kohlenhydrate in mich reingeschaufelt habe? Ziel ist es, wieder sensibler mit dem eigenen Körper umzugehen und durch die richtige Ernährung mehr Energie für den Alltag zu haben. Am Ende steht, als positiver Nebeneffekt, vielleicht sogar eine Gewichtsreduktion.

Doch das Fazit bei Metabolic Typing ist – wie fast bei jeder Diät oder Ernährungsumstellung: Sie müssen es selber wollen. Ohne Eigenmotivation und Selbstdisziplin funktioniert auch hier nichts. Aber auch dem, der sich nicht immer zu hundert Prozent an die typgerechte Ernährung hält wird versprochen, dass am Ende ein Plus an Leistung und Lebensenergie stehen. Ausprobieren schadet also nicht.

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