Menschenhandel in Mexiko: In Juarez verschwinden Mädchen spurlos

Rund 2000 Mädchen in Juarez gelten als vermisst

In Juarez in Mexiko verschwinden Frauen und Mädchen am hellichten Tag spurlos. Rund 2.000 Mädchen gelten als vermisst, vermutlich von Menschenhändlern entführt und zur Prostitution gezwungen.

Menschenhandel in Mexiko: In Juarez verschwinden Mädchen spurlos

Jose Luis Castillo sucht seit fünf Jahren nach seiner Tochter Esmeralda. Fast jeden Tag verteilt er in der Satdtmitte von Juarez Flugzettel und beklebt Straßenlaternen mit dem Foto seiner Tochter. Vor fünf Jahren kam die damals 14-Jährige einfach nicht mehr aus der Schule nach Hause. Seitdem ist sie spurlos verschwunden. Vermutlich wurde das Mädchen von Menschenhändlern entführt, doch niemand weiß etwas Genaues. Denn die Polizei interessierte sich nicht für die verschwundene Tochter, so der Vater.

Esmeralda ist nicht das einzige Mädchen, das spurlos verschwunden ist und Castillo nicht der einzige Vater, der seine Tochter sucht. Denn Ciudad Juarez ist die "Hauptstadt" der verschwundenen Mädchen. Die Behörden sprechen von einigen hundert, doch die Bevölkerung geht davon aus, dass in letzten 20 Jahren 2.000 Frauen verschwunden sind. Auffällig ist: Sie verschwanden alle im Alter von zehn bis 25 Jahren. Sie alle waren schlank, hübsch und hatten langes dunkles Haar.

Mexiko scheint ein Paradies für Menschenhandel zu sein - die Drogenkartelle haben längst die lukrative Ware Frau entdeckt. Etwa 10.000 Frauen werden in Mexiko jedes Jahr zur Prostitution gezwungen. Das Geschäft boomt - und nur wenige versuchen etwas dagegen zu tun. Wie German Villar: Er hat eine Stiftung gegründet, um Mädchen aus der Zwangsprostitution zu befreien. Er geht davon aus, dass die Frauen den Zuhältern wöchentlich 2.000 bis 4.000 Euro einbringen.

Die Eltern der verschwundenen Mädchen klagen inzwischen öffentlich das Desinteresse der Polizei an, wie Esmeraldas Vater. Mittlerweile hat die Regierung eine Sondereinheit eingerichtet, doch die gehen nur "offiziell" Vermissten nach. Wenn der öffentliche Druck zu groß wird, sucht die Polizei medienwirksam nach den verschwundenen Mädchen. Doch meist finden sie nur Leichen.

Esmeraldas Leiche wurde bislang nicht gefunden. Doch ihr Vater gibt die Hoffnung nicht auf, dass seine Tochter noch lebt. Auch nach 5 Jahren nicht.

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