GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Meniskusriss: Ursachen und Therapie

Diagnose Meniskus Schaden
Diagnose Meniskus Schaden Was ist passiert und was kann ich tun? 00:03:19
00:00 | 00:03:19

Schräg einwirkende Kräfte können dem Meniskus schaden

Beim Sport oder auch bei alltäglichen Bewegungen, wie zum Beispiel in die Knie gehen, wird das Kniegelenk stark belastet - vor allem die Menisken. Zu einem Schaden am Meniskus kommt es, wenn plötzlich schräg einwirkende Kräfte auf das Knie einwirken. Besonders bei Sportarten, wie Fußball, Handball oder Skifahren ist der Meniskus gefährdet.

Ein Meniskusriss kann verschiedene Ursachen haben
Meniskusriss: Nicht immer ist eine OP nötig © picture alliance, Michael Memminger / CHROMORANGE

Ein Meniskus ist eine scheibenförmige, knorpelige Struktur im Kniegelenk, die wie ein Puffer wirkt. Zwischen Oberschenkelknochen und dem Schienbein liegen zwei Menisken, der halbmondförmige Innenmeniskus und der Außenmeniskus. Die Menisken nehmen die Gewichtsbelastung auf und verteilen sie gleichmäßig auf das Gelenk. Sie dienen quasi als Stoßdämpfer und schützen das Gelenk vor Überbelastung. Des Weiteren helfen sie, das Kniegelenk zu stabilisieren.

Ein Meniskusriss kommt relativ häufig vor. Etwa 160 von 10.000 Menschen sind davon betroffen. Typischerweise passiert eine Meniskusverletzung vor allem bei Dreh-Sturzverletzungen, beispielsweise bei Sportarten wie Skifahren oder Fußball. Aber auch bei altersbedingtem Verschleiß oder chronischer Überbelastung kann ein Meniskusschaden auftreten. Nicht bei jedem Meniskusschaden bestehen akute Schmerzen oder Beschwerden. Je nach Ausmaß treten verschiedene Symptome auf, die die Betroffenen unterschiedlich stark behindern. Beim Überstrecken des Gelenkes kommt es häufig zu Schmerzen. Bei altersbedingtem Verschleiß merkt man die Schäden meist beim Treppensteigen oder beim Hinknien.

Die Therapieformen sind unterschiedlich

Die Therapie eines Meniskusschadens hängt davon ab, wie groß der Riss und die bestehenden Schmerzen sind. Außerdem ist entscheidend, ob dieser Riss in der Innen- oder Außenzone des Meniskus vorgefallen ist. Während die Außenzone (Richtung Haut) besser durchblutet wird und häufiger genäht werden kann, besteht in der Innenzone (Richtung Kniemitte) eine äußerst geringe Heilungschance. Daher muss der verletzte Meniskusanteil meist operativ abgetragen werden.

Tritt ein Meniskusriss beim Sport oder während eines Ausfluges auf, sollte das Knie auf jeden Fall so schnell wie möglich gekühlt und das Bein hochgelagert werden. Durch diese Maßnahmen wird die Schwellung des Knies reduziert. Bei andauernden Schmerzen sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden. Da nicht bei jedem Meniskusschaden eine Operation zwangsläufig von Nöten ist, gibt es je nach Art des Schadens verschiedene Therapieformen. Kleine Risse in der gut durchbluteten Außenzone des Meniskus werden meist mit der sogenannten konservativen Therapie behandelt. Die konservative Therapie setzt sich zusammen aus:

- Schmerzmedikation

- Einspritzung von entzündungshemmenden Substanzen (wie Kortison) in den Gelenkspalt

- Kühlung

- Schonung

- Physiotherapeutische Übung mit Muskelaufbau

Sollte die konservative Therapie nicht anschlagen, gibt es immer noch die Möglichkeit, auf eine operative Behandlungsmethode umzusteigen.

In vielen Fällen kann eine Meniskus-Operation ambulant erfolgen, sodass man meist am Tag der OP bereits wieder nach Hause gehen kann. Je nach Art und Größe des Schadens ist eine längere oder kürzere Heilungsphase erforderlich. Nach jeder Meniskus-Operation erfolgt eine individuelle Physiotherapie, bei der das Knie langsam wieder an die Bewegung gewöhnt und die Muskulatur gestärkt wird. Nach einer erfolgreichen Meniskusoperation und einer strukturierten Nachbehandlung ohne weitere Komplikationen kann das Knie in der Regel wieder annähernd wie vor der Verletzung belastet werden.

Anzeige