Melanie Müller: Vom Erotikmodel zur Dschungelkönigin

Die Dschungelkönigin 2014
Im Dschungel glänzte die Blondine durch ihre Natürlichkeit und gewann dadurch die Sympathien der Zuschauer. © Stefan Menne, (c) RTL / Stefan Menne

Darum ist Melanie Müller verdient Dschungelkönigin 2014

Gab es irgendwen, der Melanie Müller die Krönung zur Dschungelqueen nicht gegönnt hat? Mit ist niemand bekannt, die Zuschauer haben das mutige und schlagfertige Mädchen aus dem Osten in ihren Tagen im Camp mehrheitlich lieb gewonnen – und viele fragen sich: Warum macht sie auf blond und billig? Sie kann doch viel mehr.

Von Christiane Mitatselis

Seit Desirée Nick vor zehn Jahren zur Dschungelqueen gekürt würde, hat keine Frau im RTL-Camp so viel Klasse gezeigt wie die 25-jährige Leipzigerin Melanie Müller. Sie absolvierte selbst die widerlichsten Prüfungen mit würdevoller Haltung und ohne mit der Wimper zu zucken. Sie überzeugte mit ihrer anpackenden, ausgleichenden Art und ihrem trockenen Humor. Manchmal entwich ihr ein charmant-sächsischer Fluch ("So eine Pissbirne").

Und man dachte sich oft: Wenn man sich in einem realen Dschungel, sagen wir nach einem Flugzeugabsturz, tatsächlich durchkämpfen müsste, dann gern zusammen mit einer wie Melanie. Sie würde allen Gefahren trotzen und nicht - wie etwa ihre hysterischen Mitcamperinnen Gabby und Larissa - schon beim Anblick kleiner Insekten panische Kreischanfälle bekommen. Ja, mit Melanie würde man überall durchkommen und zwischendurch sogar lachen. Und überhaupt: Ohne ihre dicke Schminke sah Melanie jeden Tag netter, hübscher und natürlicher aus.

Sie könnte etwas Sinnvolles tun. Zum Beispiel als Lehrerin selbst die frechsten Gören in die Schranken weisen oder als Polizistin gefährliche Konflikte schlichten. Wozu also der ganze Erotik- und Liebeskugeln-Kram? Warum gibt sie den billigen Vamp?

Was wird nun aus der Dschungelkönigin 2014?

Es gibt Erklärungen, natürlich: Sie war jung und in den falschen Mann verliebt, als sie vor zwei Jahren zwei Pornos drehte – und dafür nur ganz wenig Geld bekam. Das berichtete sie ja im Camp. Später schmiss sie sich an den Bachelor heran, was ihr immerhin ein wenig Prominenz einbrachte. Sie stylte sich wie eine Kirmes-Marilyn, oft war sie so stark geschminkt, dass sie fast wie ein Transvestit aussah. Zudem baute sie einen Erotikversand auf, der dem Vernehmen nach floriert. Im Camp verriet sie außerdem, dass sie gern als seriöses Model reüssiert hätte, doch dazu sei sie immer zu klein und zu pummelig gewesen. Kurzum: Sie wollte unbedingt berühmt werden, war naiv und falsch beraten und tat deshalb Dinge, die vermutlich nicht wieder täte.

Was wird nun aus ihr? Desirée Nick profitierte 2004 von ihren Dschungel-Ehren und dem damit verbundenen Popularitätsschub, sie bekam bessere Gagen und größere Auftritte. Doch sie war vorher schon eine bekannte Kabarettistin. Melanie hat bisher lediglich Sympathien gewonnen und gezeigt, dass hinter der billigen Fassade ein tolles und begabtes Mädchen steht. Sie muss nun eine neue Rolle finden – und wird dabei hoffentlich gut beraten.

Immerhin: Die Botschaft des Publikums scheint bei ihr angekommen zu sein. Am Sonntag erzählte sie jedenfalls, frisch geduscht und in dezenter Aufmachung, dass ihre Fans sie künftig lieber natürlicher sähen. Sie werde das beachten, obwohl es ihr schwerfalle, da sie sich so gern schminke. Sie sollte sich aber nicht nur äußerlich, sondern auch inhaltlich neu definieren. Sie könnte sich Frau Nick zum Vorbild nehmen und versuchen, sich im Komischen Bereich zu etablieren. Frech und intelligent genug für eine solche Rolle ist sie bestimmt.

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