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Melania Trump zieht für ihren Sohn nicht ins Weiße Haus: Wie belastend sind Umzüge für Kinder?

FILE - epa05436062 Republican Presidential nominee Donald Trump (C) with his son Barron (L) and wife Melania during the final day of the 2016 Republican National Convention at Quicken Loans Arena in Cleveland, Ohio, USA, 21 July 2016. EPA/MICHAEL REY
Die zukünftige First Lady Melania Trump möchte ihrem zehnjährigen Sohn Barron zu Liebe nicht ins Weiße Haus einziehen. © dpa, Michael Reynolds, msc htf cul hjb wst

Kein Umzug mit der Familie: Der Stress für Sohn Barron sei zu groß

Um ihren zehnjährigen Sohn Barron vor dem psychischen Stress eines Umzugs zu bewahren, haben der künftige US-Präsident Donald Trump und seine ehemalige Model-jetzt-Mama-Frau Melania beschlossen, dass der Milliardär allein nach Washington ziehen wird. Konkrete Pläne, ob die Familie jemals zusammen im Weißen Haus leben wird, gibt es vorerst nicht.

Von Merle Wuttke

Sorge um Sohn Barron

Nun könnte man Familie Trump – wäre man ihr wohlgesonnen – unterstellen, ihr läge tatsächlich am Wohlergehen des Sohnes und deswegen erspare man ihm den Wegfall der gewohnten Umgebung und den Abschied von seinen Freunden, aber, sorry, jemand wie Donald Trump hat kein Wohlwollen verdient. Und angesichts der Tatsache, dass Barron ein eigenes Stockwerk im Trump-Tower bewohnt und gewohnt ist, jeden Luxus der Welt sofort haben zu können, spielen hier wohl andere Gründe eine Rolle. In Washington müssten Mutter und Sohn wegen der größeren Öffentlichkeit nämlich einen wesentlich bescheideneren Lebensstil pflegen als in New York...

Was aber machen Familien, bei denen ein oder auch beide Elternteile Berufe ausüben, in denen Umzüge häufig oder notwendig sind? Anders als bei Familie Trump stehen diese Eltern vor echten Problemen und Herausforderungen. Befinden sich die Kinder noch im Kindergartenalter sind Wohnortswechsel zwar einigermaßen problemlos zu handhaben, denn kleine Kinder gewöhnen sich recht schnell an neue Kinder im Kindergarten und hängen ihren alten Freunden nicht so hinterher wie es ältere Kinder oder Teenies tun. Und solange Mama und Papa da, die Kuscheltiere im Kinderzimmer dieselben sind und die Kinder somit ihre verlässlichsten Bezugspersonen um sich haben, hadern vor allem die Eltern mit der neuen Umgebung. Denn die müssen sich nicht nur ihm beruflichen Umfeld neu einleben, sondern benötigen auch ein neues soziales Netzwerk. 

Viele Umzüge machen unzufrieden: Nach der Grunschule wird es schwierig

Problematisch werden Umzüge mit der ganzen Familie vor allem nach dem Grundschulalter. Zum einen verlassen die Kinder jetzt nicht mehr ohne Weiteres ihre Freunde, weil diese eben jetzt zu wichtigen Bezugspersonen werden. Zum anderen gibt es ganz praktische Schwierigkeiten bei einem Wechsel, wenn das Kind an einer weiterführenden Schule ist – Lehrpläne sind bundesweit unterschiedlich, was das Kind in Frankfurt in der siebten Klasse lernt, ist etwas Anderes als in Hamburg – und international unterscheidet sich das, selbst beim Besuch einer internationalen deutschen Schule, noch einmal. Deswegen ist es umso wichtiger, dass man den Kindern ermöglicht, einige ihrer alten Konstanten mitnehmen oder am neuen Ort fortführen zu können.

Das empfehlen auch Psychologen: Eltern sollten Kindern die Möglichkeit bieten, nach dem Wohnortswechsel alte Hobbys wieder aufnehmen zu können. Und sie sollten ihre Kinder möglichst rechtzeitig über den Umzug informieren und sie darauf vorbereiten. Wie sieht es dort aus? Wie leben wir dort? Wo gehst du zur Schule?

Eigentlich sind aber gerade Kinder generell anpassungsfähig, was neue Umstände angeht. Doch natürlich gibt es Unterschiede zwischen extrovertierten und introvertierten Kindern, den einen fällt das alles leichter, die anderen tun sich schwer. Je nach Charakter muss man als Eltern mehr oder weniger auf die Abschiede eingehen. Wie auch immer scheinen sich jedoch allzu viele Umzüge im Kindesalter nicht unbedingt positiv auszuwirken. Eine US-Studie der Universität Virginia unter der Leitung des Psychologen Shigehiro Oishi ergab, dass Kinder, die viele Wohnortswechsel erlebt hatten, als Erwachsene häufig introvertierter und mit ihrem Leben unzufriedener waren, als diejenigen, die auf der gewohnten Scholle aufwuchsen. Und auch Kinder, bei denen ein Elternteil aus beruflichen Gründen pendelt und etwa nur an den Wochenenden nach Hause kommt, sind durch diesen Zustand gestresster.

Berliner Wissenschaftler des Wissenschaftszentrum Berlin hatten untersucht, wie es auf den Nachwuchs wirkt, wenn Väter pendeln. Ergebnis: emotionaler Stress, Probleme mit anderen Kindern, Verhaltensauffälligkeiten. Betrachtet man sich diese Ergebnisse stellt sich die Frage "Kind oder Karriere?“ für beide Elternteile noch mal ganz anders. Leider - muss man sagen. 

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