FAMILIE FAMILIE

Mein Kind raucht - was kann ich tun?

Wenn das eigene Kind raucht, ist guter Rat teuer.
Wenn das eigene Kind raucht, ist guter Rat teuer. © dpa, Tobias Hase

Mein Kind raucht: Das muss auch Madonna sagen

Vor vier Jahren behauptete Popstar Madonna von sich: "Ich bin eine strenge Mutter. Meine Kinder müssen ihre Zimmer aufräumen, ich mag es nicht, wenn sie Computerspiele spielen oder Fernsehen gucken." Das war vor der Pubertät von Tochter Lourdes, 15. Die wurde jetzt beim Rauchen erwischt und die berühmte Mama musste reumütig eingestehen: "Ich bin wohl nicht so streng, wie ich sein sollte." Nun will sie härter durchgreifen. Aber nützen Verbote, um Kinder von Zigaretten, Alkohol oder gar Drogen fern zu halten?

Von Merle Wuttke

Abschreckung: Was bei der Verteidigung eines Landes ein beliebtes strategisches Mittel ist, hält auch manche prominente Mutter für ein gutes Instrument, um die eigenen Kinder nicht zur Fluppe greifen zu lassen. Dana Schweiger, Mutter von vier Kindern, würde jedenfalls mit ihrem Nachwuchs eine Krebsklinik besuchen und ihm zeigen, was in 20 Jahren der Gesundheit blüht, wenn man jeden Tag qualmt. So ihr Rat an Michelle Hunziker, die meint, ein Zigarettenverbot gegenüber der 15-jährigen Tochter nicht durchsetzen zu können. "Ich weiß, dass Kinder alles einmal ausprobieren wollen und einiges auch müssen. Das ist schon okay. Das Wichtige dabei ist einfach nur, dass sie sich über die Konsequenzen, die ihr Verhalten haben kann, vollkommen im Klaren sind.", so Schweiger im Interview.

Mein Kind raucht: So gehen Sie vor

Nun können ja aber keine Horden von Eltern mit ihren Kindern durch Krebs- oder Entzugskliniken ziehen, und mit dem Finger auf die zum Teil todkranken Patienten zeigen, nach dem Motto: "Siehst Du, der wollte nicht hören und das hat er nun davon!". Wichtig dagegen ist, Kinder schon früh über die Gefahren von Tabak, Alkohol und Drogen aufzuklären.

All diese Dinge werden meist erst im Zuge der Pubertät interessant, vorher stehen Kinder trinkenden oder rauchenden Erwachsenen oft noch sehr kritisch gegenüber. Und genau in dieser Phase sollte man als Eltern ansetzen und über die Folgen von Suchtmittelkonsum sprechen: das negative Image des Glimmstängels, des Joints oder der Bierflasche beim Kind fördern. Etwa betonen, dass nichts lässig daran ist, aus dem Mund zu stinken oder sich übergeben zu müssen, weil man zu viel getrunken hat.

Nichtsdestotrotz wird der Tag kommen, an dem selbst das bravste Kind wissen will, wie das so ist mit all diesen verbotenen Dingen und sich mit Kumpels zusammen die erste Zigarette anzünden, Gras rauchen oder sich betrinken. Und dann? Wie am besten reagieren?

Zunächst gilt - auch wenn man innerlich kocht: ruhig bleiben. Einen geeigneten Moment zum Reden suchen. Keine Vorwürfe machen, darauf reagieren Teenies per se allergisch. Gut ist, wenn man als Elternteil gut informiert und sachlich in ein solches Gespräch geht, damit man dem Kind auch genügend Argumente vorbringen kann. Und bloß kein Ultimatum stellen, sondern Sätze formulieren wie: "Ich wünsche mir, dass Du damit aufhörst, weil..." Außerdem sollte man fragen, warum das Kind damit angefangen hat und, wenn möglich, konkrete Beispiele aus dem Bekanntenkreis nennen, und beschreiben, was bei denen Nikotinsucht oder Drogenkonsum auslöste.

Die beste Suchtprävention für Kinder ist und bleibt aber ein liebevolles Zuhause, in dem sie sich sicher und geborgen fühlen, auch wenn es mal Konflikte gibt. Ein Zuhause, in dem man sich zuhört und füreinander interessiert. Wenn dieses Fundament von Anfang an gelegt wird, dann stehen die Chancen gut, dass es später bei der ersten und einzigen Zigarette bleibt.

Mehr Information zum Thema Suchtprävention findet man auch auf der Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA).

Anzeige