GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Mehrgenerationenhaus: Perfekte Alternative zum Pflegeheim

Hilfsbedürftige Senioren ins Altersheim abschieben? Das war gestern. Heute gibt es gute Alternativen
Hilfsbedürftige Senioren ins Altersheim abschieben? Das war gestern. Heute gibt es gute Alternativen. © dpa, Arno Burgi

Wenn es zu Hause nicht geht: Ein Mehrgenerationenhaus ist bezahlbar und schön

Was tun, wenn die eigene Mutter oder der eigene Vater pflegebedürftig werden? Würden Sie Ihre Eltern aufnehmen? Viele sehen ein Seniorenheim als die bessere Lösung. Aber wo ist die Pflege besser, was ist bezahlbar und wie ist das mit der Einsamkeit?

Ein Mehrgenerationenhaus kommt für viele als Alternative zum Altersheim in Frage. Sind diese Einrichtungen der richtige Ansatz, um Einsamkeit im Alter zu verhindern? Im Berliner Bezirk Zehlendorf steht das 'Phönix', eine Begegnungsstätte für Kinder, Jugendliche, Rentner und Bewohner eines benachbarten Altenheimes. Dort treffen kreischende und spielende Teenies auf ältere Herrschaften beim gemütlichen Kaffeeklatsch. Das läuft nicht immer reibungslos. Aber genau das wollte Projektleiter Timm Lehmann bezwecken. "Man muss lernen aushzuhalten, wenn andere Menschen anders sind", sagt Lehmann.

Auch für Gudrun Bartholmaier eine wertvolle Erfahrung. Lange Zeit hatte sie ein mulmiges Gefühl, wenn die 68-Jährige Jugendlichen auf der Straße begegnete, die laut oder ausgelassen waren. Durch ihre ehrenamtliche Arbeit in der Kaffeeküche hat sich ihre Einstellung zu den Kids von heute grundlegend geändert. Für die Eheleute Hoffert ist das Mehrgenerationenhaus ebenfalls eine Bereicherung. Im Beruf hatten beide ihr Leben lang immer viel mit Menschen zu tun. Sie als Hals-Nasen-Ohren-Ärztin, er als Lehrer. Der regelmäßige Umgang mit jungen Menschen hält sie auf Trab und gibt ihnen das Gefühl, noch dazu zu gehören.

Aber was ist, wenn Krankheit oder körperliche Gebrechen der Selbständigkeit einen Strich durch die Rechnung machen? Im benachbarten Seniorenheim lebt die 92-jährige Ursula Kleinert. Für die Familie war es keine leichte Entscheidung, die Oma ins Heim zu geben. Ursula Kleinert hatte zuvor in einer Einrichtung für betreutes Wohnen gelebt, bis sie nach einer Operation an den Rollstuhl gefesselt und mehrfach gestürzt war. Tochter Monika Fronei fand es zu riskant, ihre Mutter alleine in der Wohnung zu lassen. Außerdem liefen die Kosten aus dem Ruder und als Berufstätige hatte sie immer weniger Zeit, selbst nach ihrer Mutter zu schauen.

Heute ist die Familie froh, die Problematik frühzeitig und offen angesprochen zu haben. So hatten die Angehörigen Zeit, um die beste Lösung für alle zu finden. Doch diese Entscheidung muss jede Familie unter sich aushandeln. Fast 500 Mehrgenerationenhäuser gibt es schon in Deutschland, und es werden immer mehr (weitere Informationen gibt es im Internet unter www.mehrgenerationenhaeuser.de). Denn eines ist klar: Es wird immer mehr alte Menschen geben.

Anzeige