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Medizinische Selbsttests für Zuhause: Wie zuverlässig sind die Ergebnisse?

Wie zuverlässig sind die Ergebnisse medizinischer Tests?
Wie zuverlässig sind die Ergebnisse medizinischer Tests? Selbsttest versus Arztbesuch 00:08:03
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Was bringt das Labor für Zuhause?

Nicht nur Lebensmittelunverträglichkeiten und Vitaminmangel, sondern sogar das eigene Brustkrebsrisiko kann man mittlerweile per medizinischen Selbsttests zu Hause bestimmen. RTL-Reporterin Lucia Voßbeck-Elsebusch probiert verschiedene Tests zu Hause aus. Um zu überprüfen, wie zuverlässig solche Selbsttests sind, lässt sie die Ergebnisse von einer Ärztin kontrollieren.

Ein Tropfen Blut oder ein Becher Urin genügt - und das Wohnzimmer von Lucia Voßbeck-Elsebusch wird zum Privatlabor - für den Selbsttest auf Allergien, Vitaminmangel und sogar das Krebsrisiko. Schätzungen zufolge haben etwa 60 Prozent der Deutschen zu hohe Cholesterinwerte, vor allem im Alter. Auch das lässt sich einfach überprüfen - einfach durch einen Tropfen Blut. Die Ergebnisse sind oft schwer abzulesen, aber eindeutig. "Meine Cholesterinwerte sind mehr als gut - das finde ich ziemlich beruhigend", sagt Voßbeck-Elsebusch. Mit Hilfe eines Urin-Teststreifens stellt sie außerdem fest, dass sie keinerlei Anzeichen für Diabetes hat.

Für einen Vitamin D-Test hatte Voßbeck-Elsebusch Blut an ein Labor geschickt - nach wenigen Tagen ist das Ergebnis auf einer Homepage abrufbar. Demnach habe sie zwar ausreichend, aber nicht besonders viel Vitamin D im Körper.

Allgemeinmedizinerin Dr. Petra Bracht soll einige der Ergebnisse überprüfen - wie viele Ärzte hält sie einige Selbsttests für sinnvoll, sieht aber ein grundsätzliches Problem: "Wichtig ist natürlich auch, wie derjenige, der den Test gemacht hat, das Ergebnis interpretiert. Kommt er wirklich damit zurecht? Das glaube ich nämlich eigentlich nicht. Und dann muss er sowieso nochmal einen Arzt aufsuchen."

Und genau das raten die meisten Tests den Patienten auch. Das Ergebnis der ärztlichen Blutanalyse: Voßbeck-Elsebusch hat tatsächlich einen ganz leichten Eisenmangel - doch beim Vitamin D-Test, der ihr zwar nicht hervorragende, aber ausreichende Werte angezeigt hatte, kommt Bracht zu einem anderen Ergebnis: "Eigentlich bin ich etwas geschockt, weil der Wert extrem viel niedriger ist als der Wert, den sie mitgebracht hatte. Und das ist schlecht, weil Vitamin D gerade jetzt, wo die kalte Jahreszeit beginnt, für unser Immunsystem extrem wichtig ist." Und deshalb verschreibt die Ärztin unserer Reporterin Vitamin D-Kapseln.

Im Internet hat sie noch einen anderen Selbsttest entdeckt: Dieser soll mithilfe von Hormonmessungen das Brustkrebsrisiko anzeigen. "Mithilfe einer dieser Probe kann das Labor angeblich feststellen, welche Hormone in meinem Urin und damit in meinem Körper sind", erklärt die Reporterin. Auch das Ergebnis kann Voßbeck-Elsenbusch nach einigen Tagen im Internet abrufen - fast 20 Seiten Hormonanalyse. "Diese Ergebnisse versteh ich gar nicht. Hier gibt es ganz viele verschiedene Messwerte und einer ist tatsächlich im roten Bereich." Die Frauenärztin Natalie Mann-Borchert schaut sich die Werte an - und beruhigt die Reporterin. "Es gibt hier nur einen einzigen Bereich, der im roten, gelben Bereich ist - alle anderen sind im Normbereich, wenn man das dann zusammenzieht und sich das anguckt, stellt man fest: im Prinzip würde dieser Test keine Konsequenzen haben."

Das Fazit der Reporterin nach insgesamt acht Selbsttests: "Auf den ersten Blick praktisch und schnell. Es ist jedoch nicht sinnvoll, alles selbst zu testen. Vor allem deshalb, weil mir am Ende dann doch ein Arzt sagen muss, was ich mit den Ergebnissen anfangen soll."

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