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Medikamente: Nebenwirkungen machen uns krank

Die Nebenwirkungen vieler Medikamenten bringen uns in Gefahr.
Tabletten schlucken, bis die Schmerzen nachlassen, ist ein riskantes Rezept. Denn viele Medikamente machen uns krank. © Sven Weber

Beipackzettel der Medikamente retten Leben

Die Gefahren, die von Medikamenten und ihren Nebenwirkungen ausgehen, werden oft unterschätzt. Eine leichte Erkältung, wieder mal Kopfschmerzen oder gar eine chronische Erkrankung - nur die wenigsten Deutschen gehen deswegen zum Arzt. Viele greifen direkt zu Medikamenten, oft zu jenen, die rezeptfrei in jeder Apotheke oder im Internet erhältlich sind. Doch aufgepasst! Medikamente sollen uns zwar gesund machen, aber viele Arzneimittel machen auch krank.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) schätzt, dass rund 300.000 Patienten jährlich nur wegen Neben- und Wechselwirkungen von Arzneien ins Krankenhaus kommen. Noch schlimmer: Die in den "Risiken und Nebenwirkungen" genannten möglichen Folgen führen für rund 25.000 Patienten im Jahr zum Tod. Deswegen warnt das BfArM vor der unkontrollierten Einnahme von Schmerzmitteln - oft seien Magengeschwüre, Blutungen, in einigen Fällen sogar Herzrhythmusstörungen die Folge.

Tabletten zu schlucken bis die Schmerzen nachlassen, ist ein riskantes Rezept: Deswegen ist es ratsam, die Packungsbeilage gründlich zu lesen. Sollten Sie den Eindruck haben, dass nach der Einnahme bereits erste Nebenwirkungen auftreten, suchen Sie einen Arzt auf. Dieser kennt sich nicht nur mit den eventuell auftretenden Nebenwirkungen aus, sondern kann Ihnen gegebenenfalls ein neues Medikament verordnen.

Nebenwirkungen und Risiken unterschätzt

Neben der generellen falsch dosierten Einnahme von Medikamenten oder dem falschen Medikamenten-Mix führen auch Fehler bei der Einnahme von Medikamenten häufig zu dramatischen Folgen. Vor allem der gleichzeitige Konsum von Drogen oder alkoholischen Getränken mit Arzneimitteln birgt Gefahren. Daraus ergeben sich zunehmend Gesundheitsprobleme, da die Patienten oft nicht wissen, wie die Medikamente auf den eigenen Körper wirken.

Generell sind ältere Menschen von Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten stärker betroffen als jüngere Patienten. Vor allem, wenn Sie an mehreren Krankheiten leiden oder unterschiedliche Medikamente einnehmen, ist es wichtig zu wissen, welche Arzneimittel sich wie beeinflussen. Verstärken sie sich, schwächen sie sich ab oder entstehen durch die Einnahme neue Nebenwirkungen - alles Fragen, die Sie unbedingt mit Ihrem Arzt klären sollten.

Trotz bereits bestehender Listen, in denen inadäquate Medikamente - also Arzneien, die sich nicht miteinander vertragen und Neben- und Wechselwirkungen verursachen - aufgelistet werden (Beispiel: Priscus-Liste), sollten Sie sich keinesfalls eigenständig therapieren oder die Dosis Ihrer Medikamente bestimmen. Die Einnahme von Medikamenten sollte immer in Abstimmung mit dem Arzt erfolgen.

Falls Sie nicht wegen jeder "Kleinigkeit" zum Arzt gehen wollen, raten Experten dazu, auf Hausmittel zurückzugreifen. Selbstgemachte Hühnerbrühe statt Schmerztabletten oder Fencheltee statt Magenpillen - auch das kann helfen. Verschwinden die Leiden jedoch nicht bald, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

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