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'Mayas Tagebuch': Isabel Allende über die Kindheit einer jungen Frau

Isabel Allende: Mayas Tagebuch
Isabel Allende: Mayas Tagebuch © Suhrkamp

Leseinfo zu 'Mayas Tagebuch'

Maya Vidal wächst behütet bei ihren Großeltern in Berkley auf. Ihren Vater, ein Pilot, bekommt sie selten zu Gesicht. Ihre Mutter ist Schwedin, hat den Vater aber kurz nach der Geburt des Mädchens verlassen. Bis dahin erzählt 'Mayas Tagebuch' die Kindheit einer jungen Frau. Mayas heile Welt gerät ins Wanken, als ihr geliebter Großvater stirbt.

Über 'Mayas Tagebuch'

Von da an geht es mit Maya steil bergab. Sie verarbeitet ihren Schmerz über den Verlust des Großvaters, indem sie nicht mehr zur Schule geht, sich wie eine Kleinkriminelle aufführt und krumme Dinger dreht. Als ihre Großmutter und ihr Vater sie in ein Camp für schwer erziehbare Jugendliche stecken, nutzt Maya die erstbeste Gelegenheit, um zu flüchten. Völlig orientierungslos schlägt sie sich bis Las Vegas durch, wo die Spirale aus Drogendealen und Geschäften um Geldwäsche sie immer tiefer in den Abgrund reißt. Als sie nach Monaten in der Drogensucht von ihrer besorgten Großmutter nach Hause geholt wird, beginnt für Maya ein Versteckspiel um Leben und Tod.

Autorin Isabel Allende, die einst mit ihrem Romandebüt 'Das Geisterhaus' international ihren Durchbruch schaffte, verarbeitet auch in 'Mayas Tagebuch' die Geschichte ihres Heimatlandes Chile und damit ihre eigenen Familiengeschichte. Ihr Onkel Salvador Allende war chilenischer Präsident, bis er 1973 beim Militärputsch des Diktators Pinochet ums Leben kam. Genau wie in 'Das Geisterhaus' verarbeitet sie in 'Mayas Tagebuch' die Leiden derjenigen, die beim Putsch inhaftiert und ermordet wurden. Auf den ersten Seiten des Romans wird der Zusammenhang allerdings noch nicht klar - typisch für einen Allende-Roman.

Wer die Mischung aus Roman und gelebter Geschichte mag, kommt bei 'Mayas Tagebuch' auf seine Kosten.

Über die Autorin Isabel Allende

Isabel Allende, Jahrgang 1942, ist Autorin und Journalistin. Mehr als 20 Romane hat Isabel Allende in den vergangenen Jahren geschrieben, der Großteil ist auch in Deutschland erschienen. Neben ihrer Arbeit als Autorin setzte sie sich als Journalistin für die Gleichberechtigung und die Frauenemanzipation ein. Im September hat Isabel Allende in Dänemark den Hans-Christian-Andersen-Literaturpreis überreicht bekommen.

Text: Sabine Möller

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