Mathe-App lädt zum Schummeln ein: Schlecht fürs Gehirn?

Mathe-App: Aufgabe einfach einscannen

Eine neue Smartphone-App löst knifflige Rechenaufgaben, in dem sie Gleichungen und Co. einfach per Kamera scannt und das Ergebnis prompt ausspuckt. Klingt zu schön um wahr zu sein, ist es aber wirklich.

Mathe-App löst Rechenaufgaben
Schüler dürften sich freuen: Diese Mathe-App erleichtert löst Rechenaufgaben spielend. Solche Apps werden aber durchaus auch kritisch beäugt.

Viele Eltern dürften sich freuen, denn so können sie die Hausaufgaben der eigenen Kinder auch selbst kontrollieren. Bei vielen Eltern liegt die Schulzeit schließlich auch schon länger zurück, da kann eine solche App schon helfen. Mathe-Lehrer befürchten zwar eine mögliche Dauer-Schummelei, sehen das Thema dennoch gelassen.

Der gute alte Spickzettel kann einpacken. Mit der neuen Mathe-App sparen sich Schüler sogar das lästige Eintippen der Gleichungen. Einfach mit der Smartphone-Kamera die Aufgabe wie einen Barcode einscannen – und schon kommen Lösung – und sogar der Lösungsweg auf das Display.

Die App lässt sich kostenlos herunterladen. Sie löst Mathe-Aufgaben mit Grundrechenarten, Bruchrechnungen und einfache lineare Gleichungen. An Integral- und Differentialrechnungen aber scheitert sie, auch an handschriftlichen Aufgaben.

Insofern sehen Lehrer den Einsatz der neuen Schummel-App gelassen. "Wegen der App würde ich mir in Hinblick auf Klassenarbeiten und Prüfungen keine Gedanken machen, weil das viel zu lange dauert. Außerdem ist es viel zu auffällig. Das würde ich merken", so Mathe-Lehrerin Susanne Rieker-Hauswirth.

Digitale Demenz in vielen Bereichen

Förderlich für das Gehirn ist das Ganze auch nicht – übrigens genau wie andere Apps, die zu einer Art digitalen Demenz führen können. Ohne Navigation können wir uns nicht mehr orientieren, wir kennen die Telefonnummer der eigenen Frau oder der besten Freunde oft nicht mehr auswendig und ohne Kalorienzähler wissen wir nicht mal mehr, wann wir satt sind.

Deshalb darf Skepsis auch bezüglich der neuen Mathe-App erlaubt sein. Denn wer selbst lernt und versteht, findet in Klassenarbeiten die richtige Lösung - zur Not auch mit dem guten alten Taschenrechner, wenn er denn erlaubt ist.

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