GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Mastzellenaktivierungssyndrom: Johanna ist gegen alles allergisch - auch gegen ihren Ehemann

Sie ist allergisch gegen ihren Ehemann
Sie ist allergisch gegen ihren Ehemann Johanna (29) leidet 00:01:14
00:00 | 00:01:14

Allergisch gegen den eigenen Ehemann sein - das klingt absurd, ist für Johanna Watkins aus Minnesota in den USA aber bittere Realität. Die 29-Jährige leidet an einer seltenen Erkrankung des Immunsystems. Mutierte Zellen lassen sie auf so gut wie alles, und eben auch ihren Ehemann, allergisch reagieren. 

Fast jeder Umwelteinfluss könnte sie einen allergischen Schock erleiden lassen

Johanna und Scott können sich weder anfassen noch küssen. Einen Film können sie sich nicht gemeinsam auf dem Sofa, sondern nur in seperaten Zimmern anschauen. Denn wenn Scott in die Nähe seiner Frau kommt, reagiert ihr Körper sofort: Ihr Zustand verschlechtert sich schnell, sie fängt an zu husten und könnte sogar einen lebensgefährlichen allergischen Schock erleiden. 

Das sogenannte Mastzellaktivierungssyndrom (kurz MCAS) erschwert ihr Leben enorm. Zellen, die sie eigentlich vor Umwelteinflüssen schützen sollen, mutieren und greifen ihren Körper stattdessen an. Die Symptome und Schwere der Krankheit können von Patient zu Patient variieren - bei Johanna lässt die Erkrankung sie eben auf nahezu alles allergisch reagieren. 

So verträgt sie zum Beispiel nur 15 verschiedene Nahrungsmittel und muss auf einem Dachboden mit exta angefertigter Lüftungsmaschine leben, da schon leichteste Gerüche ausreichen, um eine allergische Reaktion auszulösen. "Ich reagierte allergisch auf jemanden, der am Ende unserer Straße eine Zigarette geraucht hat. Und auch wenn das Haus groß ist und ich auf dem Dachboden lebe, merke ich es, wenn unten in der Küche jemand eine Zwiebel schneidet", erzählt sie.

Einzig und allein auf ihre Geschwister reagiert die 29-Jährige nicht allergisch. Doch selbst die müssen vor einem Besuch mit einer speziellen Seife duschen und sich bis auf die Unterwäsche ausziehen, bevor sie ins Johannas Zimmer kommen können. Kontakt mit ihrer Schwester ist dann auch nur möglich, wenn sie zusätzlich noch Masken und besondere Kleidung anziehen, die Johannas Zimmer nie verlassen haben und so geschützt vor gefährlichen Umwelteinflüssen sind. 

Noch kein Heilmittel auf dem Markt

So extrem war Johannas Zustand jedoch nicht immer. Er verschlechterte sich erst so stark, nachdem das Paar geheiratet hatte. Zwar hatte sie schon immer mit Allergien zu kämpfen, auf die sie mit Hautausschlägen reagierte, aber sie konnte dennoch ein fast normales Leben führen. Sie konnte noch Hobbys wie dem Wandern nachgehen und sogar ihren eigentlichen Beruf als Lehrerin ausüben. 

Ein Heimittel gibt es bislang nicht. Und die Behandlung und Medikation, die normalerweise für 'MCAS'-Patienten vorgesehen ist, schlägt bei Johanna nicht an. Sogar vier Chemotherapien ließ sie über sich ergehen, doch ihr Zustand wurde nach jedem Krankenhausaufenthalt schlechter. 

Trotzdem geben Johanna und ihr Mann Scott nicht auf. Auf ihrer Hochzeit haben sie sich ewige Liebe geschworen und wer weiß - vielleicht gibt es eines Tages doch noch ein Heilmittel, das die beiden auch wieder körperlich verbindet. 

Kaliummangel: Das solltest du unbedingt wissen
Kaliummangel: Das solltest du unbedingt wissen Welche Lebensmittel enthalten Kalium? 00:01:11
00:00 | 00:01:11

Sie interessen sich für alles rund um die Themen Wohlfühlen und Gesundheit? Dann klicken Sie sich doch durch unsere Video-Playlist! 

Anzeige