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Maserninfektion: Sechsjährige Aliana stirbt an Spätfolgen der Krankheit

Aliana starb an Maserninfektion.
Für Aliana kam jede Hilfe zu spät. © dpa, Uwe Zucchi

Alianas Maserninfektion verlief für sie tödlich

Immer noch werden Masern viel zu oft als harmlose Kinderkrankheit abgetan und die so wichtige Impfung aufgrund von befürchteten Nebenwirkungen verweigert. Dass eine Impfung jedoch nicht nur für Kinder, sondern auch für Mütter entscheidend ist, zeigt der qualvolle Tod der sechsjährigen Aliana.

Wäre ihre Mutter geimpft gewesen, könnte Aliana noch leben

6-Jährige starb an Maserninfektion.
Aliana und ihre Familie. © dpa, Uwe Zucchi

Aliana war immer ein fröhliches Kind, das viel herumsprang und lachte. Doch mit vier Jahren brach bei ihr plötzlich eine unheilbare Krankheit aus: Immer häufiger nickte das Mädchen beim Essen weg, wurde vergesslicher und fiel oft hin. Die Ursache dafür: Die chronische Maserngehirnentzündung SSPE (subakute sklerosierende Panenzephalitis). Diese Krankheit ist eine Spätfolge einer Maserninfektion und verläuft immer tödlich.

Als Säugling erkrankte Aliana an Masern, doch die Krankheit blieb zunächst unerkannt. Im Laufe der Zeit hatte das Mädchen mit immer stärkeren Einschränkungen zu kämpfen. Bereits im Alter von vier Jahren konnte sie weder stehen noch sitzen. sprach nicht mehr und musste über eine Sonde ernährt werden.

Hätte ihre Mutter Mirella Kunzmann selbst Masern gehabt oder wäre geimpft gewesen, wäre ihrer Tochter wohl nichts passiert. Doch die 27-Jährige fiel damals durchs Raster, als in den 70er und 80er Jahren zum Teil nur noch unzureichend geimpft wurde.

Doch nur Mütter mit Antikörpern können ihren Kindern den sogenannten Nestschutz mitgeben, der das Neugeborene in den ersten Monaten schützt. Unter Nestschutz versteht man eine vorübergehende natürliche Immunisierung der Neugeborenen. Sie wird durch Übertragung von Antikörpern der Mutter über die Plazenta und später über die Muttermilch beim Stillen hergestellt. Geimpft werden Kinder in der Regel ab dem elften Lebensmonat.

Die Eltern der kleinen Aliana haben die Facebook-Seite 'SSPE – Aliana kämpft um ihr Leben' eröffnet, um aufzuklären und anderen Betroffenen zu helfen. Der Kinderärzteverband fordert Frauen mit Kinderwunsch, die nie an Masern erkrankt sind, auf, frühzeitig ihren Impfschutz zu kontrollieren. Denn während der Schwangerschaft ist solch eine Impfung nicht mehr möglich.

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Mirella Kunzmann fordert alle Frauen auf, sich impfen zu lassen. Denn nur Mütter, die die Antikörper im Blut haben, können ihre Säuglinge schützen. Für die kleine Aliana kommt jedoch jede Hilfe zu spät.

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