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Mantrailing: Hunde nehmen die Verfolgung auf

Es ist fast unglaublich: Hunde riechen bis zu 23-mal besser als der Mensch. Das macht sich die Polizei zunutze und setzt die Mantrailer immer öfter zur Verbrechensbekämpfung ein.

Mantrailer sind darauf trainiert, einen menschlichen Geruch aufzunehmen und dabei alle anderen Sinneseindrücke auszublenden. Der Geruch eines Menschen ist für den Hund so eindeutig wie ein Fingerabdruck. Für die Vierbeiner ist es kein Problem, der Geruchsspur einer Person (Verbrecher, Entführungsopfer, Vermisste etc.) über mehrere Kilometer zu folgen. Selbst zwei oder drei Wochen später. Ein Mensch verliert nämlich rund 40.000 Hautzellen pro Minute – und an denen orientiert sich der Hund. Da der Wind die Hautschuppen in der Luft verteilt, kann es passieren, dass der Mantrailer 20 bis 30 Meter neben der eigentlichen Spur läuft.

Besonders gut ausgebildeten Hunden gelingt die Verfolgung auch, wenn die gesuchte Person im Auto gefahren oder die Spur schon Monate alt ist. Der Hundeführer muss die individuelle Körpersprache seines Hundes lesen können, denn jeder Hund zeigt anders an, was er gerade "herausgefunden" hat.

Ob ein Hund für Mantrailing geeignet ist oder nicht, hängt nicht von der Rasse ab. Auf seine Nase kommt es eben an. Und da bringen dann schon Jagdhunde gute Voraussetzungen mit. Mantrailing ist aber nicht nur was für Spezialisten. Viele Hunde sind in ihrer Familie unterfordert, sie brauchen eine Aufgabe. Da macht eine Beschäftigung Sinn, die dem Hund viel Konzentration abverlangt. Einige Hundeschulen bieten Mantrailing als Disziplin an, später können Mensch und Hund die Suche auch selbst organisieren. Und so viel ist sicher: Es macht beiden Seiten Spaß.

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