FAMILIE FAMILIE

Mangel an Kita-Plätzen: Bundesweit fehlen 228.000 Betreuungsplätze für Kleinkinder

Bundesweit fehlen 228.000 Kita-Plätze
Bundesweit fehlen 228.000 Kita-Plätze Trotz Rechtsanspruch 00:00:25
00:00 | 00:00:25

Trotz Rechtsanspruch fehlen noch immer Kita-Plätze

Bundesweit fehlen 228.000 Betreuungsplätze für Kleinkinder unter drei Jahren. Das geht aus einer Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. 

Demnach finden Eltern von 10,4 Prozent aller Kinder, für die wegen der Erwerbstätigkeit der Eltern ein Bedarf besteht, derzeit keinen Betreuungsplatz in einer Kita oder bei einer Tagesmutter. Am größten ist laut der Studie die Betreuungslücke in Bremen mit 14,2 Prozent. Seit 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für ihr Kleinkind.

Viele Eltern sehen jedoch von einer Klage ab, weil sie nicht irgendeinen Platz vom Jugendamt zugewiesen bekommen möchten.

Schadenersatz wenn kein Kita-Platz vorhanden ist?

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass Eltern ab sofort Schadenersatz verlangen können, wenn sie keinen Kitaplatz für ihr Kind bekommen haben. So können auch Sie den Schadenersatz geltend machen:

  • Ein intensives Bemühen der Eltern um einen Kita-Platz ist die Grundbedingung. Halten Sie das am besten schriftlich fest.
  • Hilfe beim Jugendamt suchen - hat das nicht funktioniert, suchen Sie einen Anwalt auf.
  • Im Eilverfahren auf die Zuteilung eines Kita-Platzes klagen - erfolgt dann die Ablehnung, gibt es den Schadensersatz!


Das Urteil des BGHs ist ein klares Zeichen: "Der Gesetzgeber will mit dem Urteil die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern, sowie den Kinderwunsch. Außerdem soll so den Eltern gezeigt werden: Sie müssen sich keine Sorgen machen, auch mit Kind können Sie berufstätig sein", so die Sprecherin des Bundesgerichtshofs, Dietlind Weinland.

Anzeige