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"Man könnte einen Weinberg hacken" - Weinbau wird digitaler

Spritzmittelapp für den Weinanbau
Überflüssiges recyceln: Die Spritzmittel-App verfolgt den Ansatz des sogenannten "Precision Farming", der computergestützten Bewirtschaftung. Foto: Uwe Anspach © DPA

Nach Hightech sieht es hier nicht aus: Ein Weinberg erstrahlt im herbstlichen Sonnenlicht, die Blätter an den Reben leuchten gelb und rot. Natur pur, mag man meinen. Doch hinter der Weinberg-Idylle im rheinland-pfälzischen Worms versteckt sich eine große Portion Entwicklergeist.

Winzer Richard Grünewald rattert mit seinem Traktor an den Rebstöcken entlang. Am Ende seines Gefährts befindet sich eine Vorrichtung für Spritzmittel, von zwei Seiten werden die Rebstöcke damit besprüht. Eine alljährliche Arbeit im Weinberg, die sich deutlich optimieren und nachhaltiger gestalten lässt.

Das ist das Ziel von Grünewald, der zusammen mit Studenten der Hochschule Worms eine Geile Weine" steht für den Trend hin zur digitalen Vermarktung des Produkts. Das Start-up aus Mainz will mit moderner Optik und verständlichen Erklärungen zu Weinen eine junge Zielgruppe ansprechen. Michael Reinfrank ist dort als gelernter Winzer und Co-Gründer für die Produktpalette verantwortlich.

Digitale Entwicklungen würden auch immer Schwierigkeiten mit sich bringen, sagt er. "Der Winzer darf nicht nur an seinem Rechner sitzen oder auf eine App schauen, sonst geht das Gefühl für Produktqualität verloren", erklärt Reinfrank. "Was bringen Analyseergebnisse, wenn der Geschmack nicht stimmt." Und schmecken könne man nun einmal nur mit der Zunge.


dpa
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