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Mammographie-Screening: Röntgenuntersuchung zur Brustkrebsvorsorge immer verlässlicher

Mammographie kann Leben retten
Mammographie kann Leben retten Röntgenuntersuchung zur Brustkrebsvorsorge 00:01:54
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Das Mammographie-Screening stand lange in der Kritik

Mit fast 70.000 Neuerkrankungen im Jahr ist Brustkrebs die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen, weshalb Vorsorgeuntersuchungen hier besonders wichtig sind. Das Mammographie-Screening ist nur eine der Untersuchungen, denen man sich zur Vorsorge unterziehen kann. Bei dieser Art der Untersuchung wird die Brust mit einem bestimmten Röntgenapparat geröntgt – das Vorsorgeprogramm wurde vom deutschen Bundestag ins Leben gerufen und bietet allen Kassenpatientinnen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre eine kostenlose Untersuchung an. Wegen Fehldiagnosen steht die Röntgenuntersuchung allerdings schon seit Jahren in der Kritik – zu Unrecht!

Eine Studie hat nun gezeigt, dass es bei der Mammographie immer seltener zu Fehldiagnosen kommt. Insgesamt werde bei sechs von 1.000 Frauen zwischen 50 und 70 Jahren durch systematische Röntgenuntersuchungen Brustkrebs entdeckt, so die Kooperationsgemeinschaft Mammographie. Insgesamt erhielten dabei nur drei Prozent der regelmäßigen Teilnehmerinnen eine falsche Tumordiagnose. Damit liege Deutschland bei den falsch-positiven Befunden unter dem Grenzwert von fünf Prozent, den die Europäischen Leitlinien empfehlen. Die neuen Ergebnisse beruhen auf dem jüngsten Qualitätsbericht des Screenings für das Jahr 2013.

Ein weiterer Vorteil des Mammographie-Screenings ist die Früherkennung

Fest steht auch schon, dass Tumore in der Altersgruppe der 50- bis 70-Jährigen durch das Screening in einem früheren und kleineren Stadium entdeckt werden als vor der Einführung dieser Vorsorgeuntersuchung (2005). Das kann die Chancen erhöhen, dass Frauen bei Operationen ihre Brust behalten können und der Krebs noch nicht gestreut hat. Außerdem werden bei dem Screening mit hoher Wahrscheinlichkeit auch einige Tumore entdeckt, die sonst lebenslang unerkannt geblieben wären und keine Beschwerden verursacht hätten.

Kritiker sprechen deshalb oft von Überdiagnosen. Das Strahlenrisiko bei der Röntgenuntersuchung wird heute von Experten allerdings wegen moderner Geräte als deutlich geringer eingeschätzt als noch vor 20 Jahren.

Dennoch bleibt die Frage, ob die Vorteile der Untersuchung das Risiko überwiegen, vorwiegend gesunde Frauen überhaupt Röntgenstrahlung auszusetzen. Für welche Frauen das Mammographie Screening überhaupt in Frage kommt, sehen Sie im Video!

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