Mammographie: Brustkrebs wird deutlich früher erkannt

Dank des Mammographie-Screenings hat sich die Früherkennung von Brustkrebs deutlich verbessert.
Dank des Mammographie-Screenings hat sich die Früherkennung von Brustkrebs deutlich verbessert.

Mammographie: Verbesserte Früherkennung

Das kostenlose Mammographie-Screening für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren hat die Brustkrebs-Früherkennung deutlich verbessert. Aber nur die Hälfte aller Frauen nimmt das Angebot an. Dabei können gerade kleine Karzinome doppelt so oft entdeckt werden.

Von Jutta Rogge-Strang

Beim Kampf gegen den Brustkrebs gibt es einen Erfolg zu vermelden: Nach Einführung des Mammographie-Screenings für Frauen zwischen 50 bis 69 Jahren wird Brustkrebs früher erkannt und hat somit bessere Heilungschancen. Brustkrebs fordert unter allen bösartigen Tumorarten bei Frauen in Deutschland mit Abstand die meisten Todesopfer.

Jährlich erkranken über 59.000 Frauen in Deutschland neu an Brustkrebs (Robert-Koch-Institut 2010), rund 17.000 Frauen sterben jedes Jahr daran. Durch das flächendeckende Screening kann nun bei acht von 1.000 Frauen schon frühzeitig Brustkrebs entdeckt werden. Das geht aus dem neuen Bericht der Kooperationsgemeinschaft Mammographie hervor, der beim Deutschen Krebskongress in Berlin vorgestellt wurde.

Mammographie im Alter immer wichtiger

Das Mammakarzinom ist der häufigste bösartige Tumor bei Frauen. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Dabei sind 30 bis 35 Prozent der entdeckten Tumore kleiner als ein Stecknadelkopf. Etwa jede zweite Frau - rund 54 Prozent - nimmt dieses Angebot zur Früherkennung von Brustkrebs auch an. Dabei sind die Frauen in Ostdeutschland mit bis zu 70 Prozent vertreten - vermutlich eine Tradition noch aus DDR-Zeiten, als Gesundheitsvorsorge zum Pflichtprogramm gehörte.

Jede Frau in Deutschland zwischen 50 und 69 Jahren hat alle zwei Jahre Anspruch auf eine Mammographie-Untersuchung. Laut Medizin-Journalistin Dr. Eva Schindele ist in dieser Altersgruppe das Brustkrebsrisiko, aber auch der Nutzen einer regelmäßigen Reihenuntersuchung am höchsten. Jüngere Frauen vor den Wechseljahren, aber auch solche, die Hormonpräparate gegen Wechseljahrsbeschwerden nehmen, haben ein dichteres Brustgewebe. So können Brusttumore übersehen werden, und auch "falscher Alarm" ist möglich. Zudem würden jüngere Frauen durch Röntgenstrahlen mehr geschädigt, da eine höhere Strahlendosis benötigt wird.

Mammographie: Screening alle zwei Jahre

Trotzdem ist das Screening immer noch keine Überlebensgarantie. Es gibt Tumore, die innerhalb von drei Monaten zur Größe einer Pflaume heranwachsen. Und es gibt Formen von Brustkrebs, die nicht heilbar sind, so Karin Bock, Leiterin des Referenzzentrums Mammographie Südwest in Marburg. Allerdings hat sich der Zwei-Jahres-Abstand zwischen den Reihenuntersuchungen offenbar bewährt. Bei Folgeuntersuchungen finden die Radiologen immer noch bei fünf bis sechs von 1.000 Frauen einen Tumor - gewachsen nach der Erstkontrolle.

Leider hat aber auch diese Medaille eine Kehrseite: Zwar werden laut Karin Bock heute durch das Screening mehr als doppelt so viele kleine Karzinome entdeckt als zuvor. Allerdings werden dabei auch harmlose Geschwüre gefunden und behandelt, die sich nie zu einem bösartigen Tumor entwickelt hätten.

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