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Mammografie führt zu tausenden Fehldiagnosen

Mammografie führt zu tausenden Fehldiagnosen
Mammografie führt zu tausenden Fehldiagnosen © iStockphoto

Ein Viertel der Brustkrebs-Diagnosen sind falsch

Das zweijährige Mammografie-Screening-Programm hat schon zahlreichen Frauen das Leben gerettet, weil frühzeitig Brustkrebs diagnostiziert wurde und eine rechtzeitige Behandlung eingeleitet werden konnte. Eine norwegische Studie kommt nun jedoch zu einem schockierenden Ergebnis: Bis zu ein Viertel aller Brustkrebs-Diagnosen ist falsch, tausende Frauen werden überdiagnostiziert und ohne Grund einer strapaziösen Behandlung ausgesetzt!

Im Fachmagazin "Annals of Internal Medicine", berichtet ein internationales Forscherteam, dass von 2.500 Frauen, die zum Screening-Programm eingeladen wurden, bei 20 korrekt Brustkrebs entdeckt wurde. Nur eine dieser Frauen habe jedoch an gefährlichem Brustkrebs gelitten, sechs bis zehn Frauen wurden hingegen überdiagnostiziert, so die Medizinier.

Denn die Kehrseite des eigentlich sinnvollen Screenings seien eben diese Überdiagnosen: Es gibt Brustkrebsformen, die so lange ruhen oder langsam wachsen, dass Frauen bis an ihr Lebensende nichts davon bemerken, so die Forscher. Diese Fälle könne eine Mammografie nicht zuverlässig von den gefährlichen Tumoren unterscheiden. Darum werden auch diese Fälle als Brustkrebs diagnostiziert und unnötigerweise, teils auch mit einer belastenden Chemotherapie, behandelt.Untersucht wurden insgesamt 40.000 Patientinnen in Norwegen.

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