Malala: Favoritin für den Friedensnobelpreis

Heute Entscheidung in Oslo

Bekommt eine 16-Jährige heute den Friedensnobelpreis? Das wäre wirklich die schönste Anerkennung für Malalas tapferen Kampf. Malala legt sich seit fünf Jahren mit den Taliban-Terroristen an und kämpft in ihrer Heimat Pakistan für das Recht der Mädchen auf Bildung. Vor fast genau einem Jahr haben Fanatiker sie niedergeschossen. Aber sie haben Malala nicht klein gekriegt. Sollte die Wahl auf sie fallen, wäre Malala die jüngste Nobelpreisträgerin der Geschichte.

Malala: Favoritin für den Friedensnobelpreis
Malala Yousafzai: Nominiert für den Friedensnobelpreis © dpa, Facundo Arrizabalaga

Bei der heutigen Verleihung in Oslo gilt Malala als Favoritin. Weitere aussichtsreiche Kandidaten sind der kongolesische Arzt Denis Mukwege, der Ende September für seine Behandlung tausender vergewaltigter Frauen bereits mit einem Alternativen Nobelpreis geehrt wurde, und der weißrussische Menschenrechtler Ales Beljazki. Unter den bekannten Kandidaten in diesem Jahr sind auch US-Whistleblower Chelsea Manning (früher Bradley Manning) sowie die Staatsmänner Bill Clinton und Helmut Kohl.

Malala - das Mädchen mit dem schönen Namen und dem schlimmen Schicksal. Ein Taliban-Terrorist schoss ihr in den Kopf, als sie in einem Bus saß. Für ihren unerbittlichen Kampf für die Bildung von Mädchen und Frauen hat die 16-Jährige weltweite Auszeichnungen bekommen. Und die größte könnte bald folgen: der Friedensnobelpreis!

"Es ist eine Ehre für mich. Und es ist nicht so sehr der Preis an sich, sondern die Unterstützung der Menschen ist mir wirklich wichtig. Deshalb bin ich wirklich glücklich, dass ich nominiert bin", erzählt Malala nach der Nominierung.

Malala lies sich nicht kleinkriegen

'Ich bin Malala' heißt ihr Buch, das jetzt herauskommt. Und das auch beschreibt, wie man sie vor einem Jahr töten wollte, weil sie das Recht einforderte, zur Schule zu gehen. Das Attentat hat Malalas Leben verändert - aber ihren Mut und ihren Stolz hat es nicht gebrochen!

Mit einer Rede vor der UN feierte das tapfere Mädchen im Juli seinen 16. Geburtstag. "Der Taliban schoss mir in die linke Gesichtshälfte. Und erschoss viele meiner Freunde. Sie dachten, die Kugeln würden uns zum Schweigen bringen, aber da lagen sie falsch."

Mittlerweile lebt die 16-Jährige in England. Mit einer eigenen Stiftung fördert sie weltweit die Bildung von Mädchen. "Lasst uns unsere Bücher und Stifte nehmen. Sie sind unsere stärksten Waffen. Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift können die Welt verändern."

Sie wäre dann die jüngste Nobelpreisträgerin in der Geschichte: Malala - das wohl tapferste Mädchen der Welt.

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