GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Magenschmerzen: Stress schlägt auf den Magen

Was tun bei Magenschmerzen?
Magenschmerzen: Stress schlägt auf den Magen

Wenn der Magen verrückt spielt: Magenschmerzen sind oft stressbasiert

Seit Wochen steht Sandra A. (31) im Job unter Strom. In ihrer Abteilung sollen Stellen abgebaut werden. Eigentlich hat Sandra überhaupt keine Zeit, sich Sorgen zu machen, tut sie aber trotzdem. Auf das gemeinsame Mittagessen mit Kollegen verzichtet sie seit langem. Lieber was Schnelles am Schreibtisch… Vielleicht geht ja doch alles gut… Wenn nicht auch noch diese fiesen Magenschmerzen wären!

Von Heike Elisabeth Schmidt

Sandra ist kein Einzelfall. Eine Studie von Emnid bestätigt: 57 Prozent der Deutschen leiden regelmäßig unter Verdauungsproblemen - Frauen häufiger als Männer. Als Hauptursache gaben die Befragten an: Stress im Beruf und privat. Und weil Frauen gerne den Druck im Job und die Probleme zu Hause "runterschlucken" - nach dem Motto: "Augen zu und durch!" - landet der ganze Ärger irgendwann natürlich wo? Im Magen!  

-

Das Bauchhirn: Zentrale in der Körpermitte

Schon unsere Redensarten verraten viel über den Magen-Darm-Trakt: Was uns ängstigt oder beunruhigt, "schlägt uns auf den Magen". Menschen, die an einer Depression erkrankt sind, leiden häufig auch unter Verdauungsproblemen.

Dass die Psyche unseren Verdauungstrakt beeinflusst, ist daher keine neue Erkenntnis. Doch erst Mitte der 1990er konnten US-Wissenschaftler die Ursache dafür dingfest machen: Das Bauchhirn. Damit ist kein bis dato unbekanntes Organ gemeint, sondern das Nervensystem des Magen-Darm-Traktes. Es stellt eine eigene "Intelligenz" dar, die mit der des Gehirns durchaus vergleichbar ist. Wer das Verdauungssystem also in erster Linie als "Essens-Verwertungssystem" wahrnimmt, unterschätzt es gewaltig!

Intelligentes Bauchgefühl

Wissenschaftler sind sich heute einig: Bauchhirn und Kopfhirn haben mehr gemeinsam, als wir gemeinhin annehmen. Zum Bespiel gleiche Zelltypen. Außerdem besteht eine direkte Nervenverbindung des Darmtraktes zu unserem Emotionszentrum im Gehirn. Darüber "sendet" unser Bauch Informationen an unser Großhirn und beeinflusst damit, wie wir uns fühlen.

Die Unterscheidung zwischen "Bauchgefühl" und "Verstand" = Kopf ist also hinfällig! Kopf und Bauch kommunizieren miteinander. Und weil das Bauchhirn evolutionär gesehen die ältere Schaltzentrale unseres Körpers ist, hat es meistens recht. Nicht ohne Grund wird Managern in Seminaren geraten: "Hören Sie bei wichtigen Entscheidungen auf Ihren Bauch!"

 

Die Verdauung: Seismograph der Seele

Genauso wie unser Darm Informationen an unser Gehirn sendet, funkt unser Verstand zurück. Egal, ob Termindruck im Job, Sorgen um den Arbeitsplatz oder Liebeskummer: Wenn unsere Psyche leidet, leidet die Verdauung mit.

Nicht die Magenprobleme stressen uns, sondern unser Stress erzeugt unsere Magenprobleme! Sie sind eine uralte Reaktion unseres Körpers auf Stresssignale.

Wer nicht nur auf die Schnelle, sondern vor allem langfristig seine Verdauung ins Gleichgewicht bringen will, der sollte vor allem auf eines setzen: Stressvermeidung und aktive Entspannung! Die Belastungen des Alltags können Sie nicht völlig abstellen - aber sehr wohl reduzieren.

Müssen Sie wirklich nach einem stressigen Arbeitstag auch noch die Küche putzen? Lassen Sie öfter mal fünf gerade sein. Plus: Setzen Sie dem Stress aktive Entspannung entgegen. Regelmäßige Bewegung tut ihrer Seele und ihrer Verdauung gut. Es muss auch nicht immer Yoga oder autogenes Training sein. Egal, ob Sie nach Feierabend noch eine Runde durch den Park spazieren oder schwimmen gehen: Bewegung ist aktiver Stressabbau und hilft mehr, einen strapazierten Magen-Darm-Trakt zur Ruhe zu bringen, als ein Abend vor dem Fernseher.

Magen und Darm "ernähren" den Körper

Magenschmerzen: Stress schlägt auf den Magen
© rangizzz - Fotolia, Przemyslaw Koch

Viele von uns leiden dabei auch unter mehreren Symptomen auf einmal. Je nach Leidensdruck und Dauer der Beschwerden greifen einige Betroffene sofort zu Medikamenten, andere tun dagegen leichte, aber ständig wiederkehrende Beschwerden als "Problemchen" ab und ignorieren die Symptome einfach - mit zum Teil schwerwiegenden Folgen.

Dass unser Magen und Darm gut funktionieren, ist über-lebenswichtig für uns, denn sie versorgen unseren Körper mit den Nährstoffen, die er braucht. Klingt simpel, ist aber ein hochkomplexer Vorgang an dem Millionen von Zellen und unzählige Bakterien beteiligt sind. Deshalb sind einfache, medikamentöse Lösungen für Verdauungsbeschwerden -  à la "…räumt den Magen" auf - mit einer gesunden Skepsis zu betrachten!

Mangelernährung trotz Normalgewicht

Wenn unser Verdauungsapparat nicht mehr richtig funktioniert, werden unsere Körperzellen langfristig "unterernährt". Auch Normalgewichtige können auf Grund einer gestörten Darmflora dann unter Mangelernährung leiden. Ein Beispiel: Erhält unsere Körper durch eine geschädigte Darmflora zu wenig Kalzium, droht Osteoporose.

Damit es soweit nicht kommt, können Sie aber mit richtiger Ernährung, viel Bewegung und aktiver Entspannung jede Menge tun!

Anzeige