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Magdalena Neuner in der Kritik: Sport mit Baby zu ehrgeizig?

Magdalena Neuner
© RTL interactive / facebook

Magdalena Neuner postet Bild und erntet Shitstorm

Magdalena Neuner hat ihre kleine Tochter Verena mit zum Langlauf genommen – in einem Spezialschlitten, einer Art Babyjogger auf Kufen. Schön, denkt man sich. Sport mit dem Kind ist eine gute Sache, ein Trend zudem. Die 'Bunte' sieht das jedoch anders und fragt sich, ob die Biathlon-Olympiasiegerin von übertriebenem Ehrgeiz getrieben werde.

Von Christiane Mitatselis

Magdalena Neuner ist ein klassisches Glückskind. Als Biathletin war die blonde Dame aus Bayern Weltmeisterin, Olympiasiegerin, Gesamt-Weltcupsiegerin. Sie hatte ein unglaubliches Lauftalent, alles schien ihr leicht zu fallen. Und genauso mühelos gelang ihr der Übergang in das Leben nach der sportlichen Karriere. Nach ihrem Rücktritt im Jahr 2012, sie war erst 25, heiratete sie bald ihren langjährigen Freund Seppi. Im letzten Mai kam Töchterchen Verena zur Welt, das nun sieben Monate alt ist.

Was Neuner nicht ahnte: Als Mutter kann auch ein Glückskind nicht mehr so unbeschwert leben wie zuvor. Als Mutter steht auch Neuner unter besonderer Beobachtung – und muss fürchten, unter Rabenmutter-Verdacht zu geraten. Genau das ist ihr passiert.

Zum Jahreswechsel postete sie ein Foto: Sie mit Ski an der Loipe, im Hintergrund eine Art Kinderwagen auf Kufen, in dem sie die kleine Verena beim Langlauf sich herzieht. "Heute waren Verena und ich zum ersten Mal in diesem Winter beim Langlaufen. Es hat echt Spaß gemacht - zumindest mir, denn die Kleine hat die ganze Zeit geschlafen", teilte sie mit. Süß, putzig, goldig?

Die Hüter des richtigen Mutterseins lauern überall

Nein!, befand die 'Bunte', die auf ihrer Internet-Seite fragte: "Treibt sie es mit ihrem Ehrgeiz zu weit?" – und damit suggerierte, die frühere Weltmeisterin sei mit dem Baby im Schlitten im Weltcup-Tempo durch die Loipe gebrettert. Was sie natürlich nicht tat, wie sie umgehend klarstellte. Sie habe mit ihrer Tochter lediglich die frische Luft genießen wollen. "Das hat sicher nichts mehr mit den Trainingseinheiten in meiner früheren Zeit zu tun", erklärte Neuner.

Andere Frauen gehen mit ihren Babys im Spezialwagen joggen, sie zog ihre Verena durch die Loipe. Nichts ist passiert. Ärgerlich ist allerdings, dass die Hüter des richtigen Mutterseins überall lauern. Wenn Frauen nach der Schwangerschaft schnell schlank werden, werden sie angegriffen – nach dem Motto: Der ist ihre Figur wohl wichtiger als das Kind.

Wenn sie dicker werden, dann heißt es: Sie hat sich nicht im Griff und ist ein schlechtes Vorbild für ihr Kind. Wenn sie Sport treiben mit dem Kind, dann sind sie übertrieben ehrgeizig, wenn sie es nicht tun, sind sie faul – und so weiter.

Und immer schwingt der Verdacht mit, die Mutter sei ihrer Aufgabe nicht gewachsen und gefährde ihr Kind. Da ist es gar nicht so einfach cool zu bleiben wie Magdalena Neuner, die sich durch die dummen Vorwürfe nicht verunsichern lässt. Denn natürlich ist es eine gute Idee, das Kind mit nach draußen zu nehmen und es früh am Sport zu beteiligen. Und wer weiß, ob in dem Schlitten nicht eine künftige Olympiasiegerin schlummert.

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