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'Männerschlussverkauf' von Natascha Sagorski

'Männerschlussverkauf': Natascha Sagorski
'Männerschlussverkauf' von Natascha Sagorski © RTL interactive/ Blanvalet

Leseinfo zu 'Männerschlussverkauf'

Männer sind wie Schuhe. Viele sehen gut aus, passen aber trotzdem nicht! Diese schmerzliche Erfahrung macht auch Anna Abendrot, als sie ihren Verlobten in eindeutiger Pose mit einer Studentin erwischt. Dabei sah doch alles so gut aus …

Flitterwochen und süße Cocktails am Strand, und sie lebten glücklich bis in alle Ewigkeit. Das war Annas Zukunft. Bis sie ihr Ex-Fast-Ehemann einen Tag vor der Hochzeit betrügt. Annas Glück in dieser Situation ist ihre beste Freundin Leonie, die sie kurzerhand nach München zitiert und ihr einen Job als Boulevardjournalistin bei einem Fernsehsender beschafft. Dort fängt Anna ein neues Leben an, zieht in die coolste WG Münchens und verliebt sich prompt.

Als studierte Fast-Juristin, Hochstapler-Journalistin, ehemalige Beinahe-Ehefrau und Opfer des gemeinsten Schicksals aller Zeiten soll aus dem modeverirrten Aschenputtel Anna Abendrot bald auch noch eine Fashionqueen werden. Bis dahin stolpert sie aber in ihren viel zu großen Jimmy-Choo-Highheels sympathisch von einem Fettnäpfchen ins andere- und natürlich direkt in die Arme von Moderator und Redaktionsschwarm Tom.

Über 'Männerschlussverkauf'

Die Hauptprotagonistin Anna Abendrot scheint das Pech gepachtet zu haben. Sie ist eine Person mit jeder Menge Ecken und Kanten: Sie ist etwas zu klein geraten, tollpatschig und hat als Redakteurin nur in den seltensten Fällen eine Ahnung von dem was sie da eigentlich tut. So sympathisch die alles andere als perfekte Anna auch ist, desto anstrengender ist es für den Leser, dass sie wirklich gar nichts alleine auf die Reihe zu kriegen scheint. Zum Glück für Anna und für uns ist da ja noch Leonie, die beste Freundin. Sie managt jedes noch so gewaltige Fiasko irgendwie, hat immer das passende Kleid im Schrank und ist so eine Mischung aus Mutter Theresa und Victoria Beckham. Zwischen Shopping und Pizza-Orgien im Wohnzimmer hilft sie Anna, sich das erste Mal in ihrem Leben selbst zu finden.

Ecken und Kanten, davon hat ein Charakter definitiv zu wenig. Moderator Tom ist perfekt. Nur leider schon fast ein bisschen zu perfekt. Natürlich sieht er fabelhaft aus, ist brilliant in seinem Job und wird von den Frauen geliebt. Wer nach dem ersten Drittel des Buches denkt, bald endlich hinter die Fassade des TV-Stars blicken zu dürfen, wird herbe enttäuscht. Tom Vanderscheid bleibt perfekt. Na ja, bis auf eine Nuss-Allergie, die am Ende für ordentlich Drama im Fernseh-Paradies sorgt. Nebenprotagonisten wie ein schwuler WG-Mitbewohner und eine biestige Kollegin gleichen das aber wieder aus und machen die Geschichte lesenswert.

Was nach einem typischen Frauenroman mit typischem "ist doch klar, dass die Heldin den Frauenschwarm bekommt"-Happy End klingt, ist auch so. Ausgeklügelte Charaktere und eine wortwitzige Autorin machen 'Männerschlussverkauf' dennoch zu einem Lesevergnügen und haben somit nichts mit den langweiligen Groschenromanen gemein.

Auch wenn die Story nicht sehr viele Überraschungen bereithält, so kommen Herz und vor allem Lachmuskeln ordentlich auf ihre Kosten. Natascha Sagorski überzeugt mit ihrem spritzig lockeren Schreibstil, der die Leserin sofort in die Geschichte eintauchen lässt. Mit viel Charme verschafft sie uns einen Einblick in die Abläufe einer Boulevard-Redaktion und beschreibt mit einem Augenzwinkern, dass Bundfaltenhosen und Jimmy Choo, sowie chronische Ungeschicklichkeit und das ganz große Glück eben doch ziemlich gut zusammen passen.

Über die Autorin Natascha Sagorski

Natascha Sagorski wurde am 7. November 1984 in Karlsruhe geboren, heute lebt, shoppt und schreibt sie aber in München. Bisher schrieb sie amüsante Ratgeber wie 'Krasse Abstürze' , 'Schuhe, Taschen, Männer' und 'Don't call it Pussy! (33 Dinge, die Männer endlich über Frauen lernen sollten)'. Nun ist ihr erster Roman 'Männerschlussverkauf' im Verlag Blanvalet erschienen.

(Text: Ann-Christin Gebhardt)

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