LIEBE LIEBE

Männer wollen Freiheit: Das bedeutet dieser Wunsch für Frauen

Birgit Ehrenberg
Liebesphilosophin Birgit Ehrenberg hilft in Sachen Liebe

Männer fühlen sich im Käfig der weiblichen Erwartungen eingesperrt

"Wann ist ein Mann ein Mann?" – diese Frage hat Herbert Grönemeyer 1984 in dem gleichnamigen Lied gestellt und damit eine rege Diskussion entfacht, die bis heute weibliche und männliche Gemüter bewegt. Das ist eigentlich verwunderlich, denn man möchte doch meinen, dieser Rollen-Drops, diese ewige Diskussion darüber, was nun idealerweise weiblich und männlich ist, müsste irgendwann endgültig gelutscht sein.

Von Birgit Ehrenberg

Denn als Folge der Emanzipation sind die Geschlechter zwar in den 80er Jahren in eine heftige Identitätskrise geraten, die Männer mussten radikal neue Wege einschlagen, auch die Frauen mussten und durften sich neu erfinden. Aber das ist Jahrzehnte her, die Männer hatten wirklich reichlich Zeit, sich umzuorientieren, zum Beispiel ihre weichen (den Frauen verständnisvoll zugewandten Seiten) von innen nach außen zu kehren.

Trotzdem: Der deutsche Mann weiß immer noch nicht, wer er wirklich ist, was er vom Leben will. Das ist das Ergebnis einer aufsehenerregenden Studie, die der Psychologe Jens Lönneker, Chef des Kölner Forschungsinstituts „rheingold-salon“, initiiert hat.

"Der deutsche Mann fühlt sich in einem Käfig weiblicher Erwartungen eingesperrt, das Schlimmste dabei ist, dass sie das mehr oder weniger unbewusst erleben und die wahre Dimension ihrer Selbstbeschränkung nur ahnen", sagt Lönneker. "Während Frauen leidenschaftlich über ihre Rolle diskutieren und sich gegenseitig inspirieren, ist typisches Männerverhalten kein Thema."

Dabei sind es die alten Fragen, die die Männer innerlich umtreiben: Wie ist er gestrickt, der Mann, der ein Mann ist, ein guter Mann – ein Idealmann, soft oder hart? Oder am besten eine gelungene Mischung aus Empathie und Energie?

Die fast tragische Crux, so Lönneker, sei, dass sich Männer nahezu ausschließlich im Bezugsrahmen der Erwartungshaltung der Frauen bewegen. Sie wollen wissen, wie sie sein sollen, damit ihre Frauen mit ihnen glücklich sind. Mich rührt das irgendwie, und es tut mir leid. Diese Haltung erinnert mich an Kinder, die brav sein wollen, um geliebt zu werden, und die dafür auch Selbstverbiegung in Kauf nehmen.

Wie oft muss ich mir anhören, dass sich Frauen über die „bösen Männer“ beklagen! Gehen die Männer in ihrem Job auf und vernachlässigen Frau und Kind und den Hausmüll, sind die Frauen sauer, beachten aber nicht, dass der Mann mit seinem beruflichen Elan für ein volles Konto sorgt, das die Frau gern regelmäßig zu Shopping-Zwecken abräumt.

Ist der Mann zu Hause und im Haushalt aktiv, bringt er den Müll runter, kocht er und spielt mit den Kindern und geht stundenweise arbeiten, sind die Frauen ebenfalls nicht zufrieden, dann gilt der Mann als „Looser“.

So manches Mal fühle ich mich an das Märchen vom „Fischer und seiner Frau“. Die Dame heißt Ilsebill, und ihr armer Mann konnte ihr einfach nichts recht machen.

Wie können Männer diesem Ilsebill-Dilemma entkommen? Ich frage das im Namen der Liebe, denn unzufriedene Männer, die stets mit ihren Anliegen zu kurz kommen, sind natürlich ein Pulverfass, das irgendwann explodiert. Das macht die Liebe nicht leicht, das macht die Liebe kaputt.

Männer wollen ab und zu frei sein

Jens Lönneker hat herausgefunden, was Männer wirklich wollen, auf einen Nenner gebracht, heißt das: Freiheit. Damit ist nicht gemeint, dass sie fremdgehen, nein, Männer möchten, das hat die Studie ergeben, einfach regelmäßig ihre Ruhe haben, ihr Ding machen – mit ihren Kumpels, mit ihren Kindern, sie möchten nicht kontrolliert werden. Wenn sie mit den Kindern ein Wochenende allein sind, möchten sie zum Beispiel das Essen auf den Tisch bringen, was ihnen gefällt, vielleicht nur Pizza und Burger. Was sie noch möchten: Mal unvernünftig sein, zu schnell Auto fahren, zu viel Bier trinken.

Was sie nicht wollen: Dass sich die Frau ständig einmischt.

Ich finde: Dieses Maß an Freiheit ist ein Menschenrecht, wir sollten es den Männern können! Wir sollten mit uns ins Gericht gehen und uns fragen, was wir wirklich von den Männern wollen – und Widersprüche aushalten. Ein Mann ist ein Mann, wenn er männlich ist, das bedeutet, dass er souverän ist und kein Hampelmann. Gerade, wenn Frauen Männern diese Souveränität zugestehen, können Männer ihre zarten Seiten optimal entfalten. Unter Druck werden sie früher oder später zum Hulk.

Ich gebe Euch also heute feierlich mit auf den Weg: Lasst die Männer Männer sein. Eure Birgit

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