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Männer verstehen: Forschen statt genießen!

Forschen statt genießen!
Männer verstehen lernen © dieexklusiven

Können Sie die Männer verstehen?

Mein Freund Simon ist ein ganz 100prozentiger. Was er macht, macht er richtig. Weintrinken zum Beispiel. In seinem Weinregal ruht ein kostbarer Tropfen neben dem anderen. Zur jedem kann Simon eine Geschichte erzählen. Am liebsten, wenn sie geöffnet sind, die Flaschen. Und in Gesellschaft von ebenso kundigen und durstigen Männern. Kein Schluck rinnt dann unkommentiert die Kehle hinunter. Die Herren fachsimpeln und zechen fröhlich.

Simon ist in diesen Momenten so beseelt, dass ich mir vorstelle, da sei ein allwissender und allmächtiger Flaschengeist entwichen, der ihm etwas über die besten Jahrgänge in den einzelnen Anbaugebieten und den neuesten Winzertratsch aus Montalcino ins Ohr flüstert. Ist natürlich falsch. Alles in mühsamer Kleinarbeit angelesen.

Simon hat fast genauso viele Bücher über Wein wie Flaschen im Regal. Daraus schließe ich: Simon geht es nicht nur ums schnöde Zechen, er hat ein ehrbareres Motiv: Wissensdurst.

Bei meinen Freundinnen und mir ist das anders. Hauptsache, Wein oder lieber noch Pro Secco oder Sekt und manchmal auch Schampus schmeckt lecker und hinterlässt keine Spuren in Form eines Katers.

Das ohne Kater funktioniert besser mit einer Flasche aus der gehobenen Preisklasse. So viel weiß ich auch. Aber ich kenne keine Frau persönlich (und ich bin nicht gerade das, was man eine Einzelgängerin nennt), die es wirklich interessiert, auf welcher Schiefer eine Rebe wuchs. Bis auf die Handvoll weiblicher Winzer und Sommeliers natürlich, die das Wein-Geschäft von Berufswegen betreiben.

Männer machen aus allem eine Wissenschaft

Meine Erfahrung ist: Es muss sich hier um ein typisch männliches Phänomen handeln. Männer neigen schwer zum mentalen Überbau und machen aus allem eine Wissenschaft.

Das lässt sich durch zahlreiche Alltagsbeobachtungen erhärten.

Ich komme noch einmal auf Simon, der sich mit Kaffee auskennt wie mit Wein. In seiner Küche steht eine bombastische Maschine, die nach Bedarf alle möglichen Mischungen ausspuckt. Für deren Benutzung müsste ich mindestens acht Semester Gebrauchsanweisungen studieren. Der schlaue Simon beherrscht dieses Gerät nicht nur bravourös, sondern kann außerdem über alle anderen auf dem Markt verfügbaren Maschinen dozieren. Am liebsten mit seinen Freunden.

Weiteres Beispiel: Des Mannes Lieblingskind, sein Auto: Reinsetzen und im Stande der geistigen Unschuld losfahren, das geht nicht. Erstaunlich - und für uns Frauen kaum nachvollziehbar. Männer sind in der Lage, die Bewegungswerte eines Motors im Schlaf herunterzubeten.

Was steckt dahinter? Warum sind Männer so? Warum können sie nicht einfach nur genießen? Ich vermute, sie wollen Schwächen übertünchen. Wie die, daß Männer gern ab und zu einen über den Durst trinken.

Oder, wir wollen positiv denken: Männer sind besser als wir glauben. Allesamt verhinderte Gelehrte. Denn sammeln, ordnen, vergleichen, austauschen, das sind die Grundlagen wissenschaftlichen Denkens und Forschens,. Damit kann man Professor werden.

Nur vor einem Rätsel macht der akademische Ehrgeiz der Männer Halt: Vor uns, den Frauen. Dabei gäbe es in diesem Punkt wirklich für jeden etwas zu lernen, denn das Wesen des Weiblichen ist für die meisten Männer ein Buch mit sieben Siegeln.

Warum scheuen Männer die gründliche Auseinandersetzung mit dem ewig Weiblichen? Zu schwierig? Dabei hätten Männer viel davon, wenn sie sich mit Frauen auskennten. Da springt mehr heraus als ein Wein-Rausch!

Wenn Schlaumeier Simon und seine Kumpanen sich zum Beispiel mit dem unbekannten und geheimnisvollen Wesen der Frau derart intensiv beschäftigen würden, wie mit einer Flasche Rotwein, würden sie vielleicht im Umgang mit manchen - vor allem an Wein interessierten - Freunden weniger Eindruck schinden als mit ihrem Fachwissen. Aber: Sie könnten wesentlich mehr Frauen flachlegen als Flaschen.

Sag mir einer, wie Männer ticken. Sie sind auch geheimnisvolle Wesen!

Aber wir kommen ihnen auf die Spur!

Alles Liebe, Eure Birgit

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