LIEBE LIEBE

Männer sind gut so wie sie sind - und keine 'Mängelwesen'!

Birgit Ehrenberg
Birgit Ehrenberg gibt Tipps in Sachen Liebe

Männer sind liebenswert, weil sie eine Art haben, an der nicht zu rütteln ist

Seit 2009 ringe ich hier im Frauenzimmer jede Woche um die Liebe und versuche, den Geschlechtern gerecht zu werden, denn ganz von allein läuft das ja nicht mit den Frauen und den Männern. Es gibt für die vielen Querelen den Ausdruck „Geschlechterkampf“, das ist ein schreckliches Wort. Da brauche ich die Liebe gar nicht mehr ins Spiel zu bringen, auf einem richtigen Schlachtfeld hätte die Liebe nichts verloren, in diesem Spiel wäre sie schon im Vorfeld die Verliererin. Die Liebe ist sanft.

Was allerdings stimmt, ist, dass es zwischen Frauen und Männern diverse Missverständnisse gibt. Die gilt es aus dem Weg zu räumen, um die Bahn frei zu machen für die Liebe. Es gibt viele Mini-Hürden, manche fallen irgendwann im Laufe der Zeit weg, manche kommen neu dazu.

Liebe ist einfach ein Prozess. Ich hoffe, dass ich meine Sache hier gut mache, ich bin jedenfalls mit Herz und Seele dabei, und ich lasse vor allem auch Vernunft walten, wenngleich der eine oder andere Bürger meint, die Liebe sei per se unvernünftig und ereigne sich im Idealfall als Rausch. Dabei hat die Liebe ihre eigene Ratio.

Die ist jedoch nicht kalt und analytisch, sondern darauf ausgelegt, die verschiedenen Aspekte des Fühlens in ein Liebes-Konzept zu nehmen, das stimmig ist – und mit dem Frauen und Männer wirklich gleichermaßen gut klar kommen.

Nun habe ich ein Buch in die Hände bekommen, das mich nachdenklich gemacht hat, in der Form, dass ich mich frage, ob ich den Männern gegenüber stets fair war. Das Buch, das mir vorliegt heißt „MANNko“ (Kösel Verlag, 17, 99 Euro) und stammt aus der Feder von Milosz Matuschek. Das ist ein Kollege von mir, der sich gründlich mit der Liebe befasst, ein kluger Kopf.

Nun hat Matuschek „MANNko“ geschrieben, und er will gleich mit dem Titel etwas Folgenschweres sagen: Nämlich, dass dem Mann als solchen notorisch Mängel attestiert werden – „Mankos“.

Das kann ich bestätigen, im Großen und Ganzen herrscht der (weibliche) Common Sense, dass Männer Nachhilfe in Sachen Liebe und Leben brauchen, um den Frauen endlich das zu geben, was sie ersehnen. Wer bleibt dabei auf der Strecke: der Mann!

Wer rüttelt, macht die Mannis kaputt

Genau das ist der Punkt, auf diese Selbstverleugnung hat Matuschek keine Lust mehr, und er ermuntert seine Geschlechtsgenossen, sich ebenfalls auf die Hinterbeine zu stellen. Der Untertitel des Buches lautet: „Liebeserklärung an ein Mängelwesen“. Als ich das las, war ich gerührt, und die Lektüre des Buchs hat mich dann noch mehr gerührt. Außerdem musste ich an vielen Stellen herzhaft lachen, denn das Buch ist ausgesprochen lustig geschrieben.

Matuschek hat sich einen literarischen Trick ausgedacht, er hat ein alter ego erfunden, mit dem er in einen Dialog tritt. Bei seinem Gesprächspartner handelt es sich um einen Durchschnitts-Mann namens „Manni“, der Typ ist das klassische männliche Mängelwesen, er arbeitet viel und verdient zu wenig (findet seine Frau), er ist zu dick, isst ungesund und macht zu wenig Sport (findet seine Frau), er ist nicht gut genug im Bett (findet seine Frau) und hilft kaum im Haushalt (findet seine Frau).

Matuschek geht mit dieser armen Wurst Manni auf eine Reise durch sein eigenes Leben, er wandert die Orte seiner Kindheit ab und entdeckt an vielen Stellen den Manni in sich selbst. Auch Matuschek wollte Erfolg im Job und ein Sixpack und ein begnadeter Liebhaber sein und natürlich ein freundlicher Herr, der den Müll runterbringt – ein Frauenversteher also, der richtig Schlag bei den Frauen hat.

Der ist er mit Mitte 30 immer noch nicht geworden, und Matuschek ist sicher: Frauen wollen auch keine Frauenversteher. Sie wollen ihre Mannis wie sie sind – als Mängelwesen. Grund: Weil Männer mit Mängeln schlicht und ergreifend wahrhaftig und liebenswert. Weil Männer eine bestimmte Art haben, an der nicht zu rütteln ist. Matuschek warnt: Wer rüttelt, macht die Mannis kaputt. Nicht umsonst sterben Männer früher als Frauen.

Am Ende des Buchs steht ein zu Herzen gehendes Plädoyer, kurz vor dem Fest der Liebe deute ich es als den größten Weihnachtswunsch aller Männer: „Frauen, bitte werdet Männerversteherinnen, seht uns so, wie wir sind und habt uns einfach lieb. Wir haben uns auch selbst lieb – und Euch erst recht!“

Ich würde sagen, dass ist eine deutliche Ansage für uns Frauen. Erfüllen wir den Männern diesen Wunsch.

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