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Männer: Partnerwahl durch Stress beeinflusst

Männer: Partnerwahl durch Stress beeinflusst
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Gleiche Gene für lange Beziehung optimal

Sind all Ihre Bekannten schon glücklich vergeben, während Sie immer noch nach dem passenden Deckel für Ihren Topf suchen? Dann sollten Sie mal versuchen, die Torschlusspanik beim Kontakt mit dem anderen Geschlecht nicht ständig im Hinterkopf zu haben – auch wenn’s schwerfällt. Denn zumindest Männer lassen sich bei der Partnerwahl durch Stress beeinflussen.

Die meisten Menschen suchen sich einen Partner, der ihnen relativ ähnlich sieht. Anders dagegen Männer unter Stress: Die entscheiden eher für eine Frau, die ihnen äußerlich gar nicht gleicht und mit der die Beziehung wahrscheinlich eher kurz ausfällt.

Zu diesem Ergebnis sind Experten der Universität Trier in einer Studie gekommen. Die Probanden sollten die Attraktivität von Frauen sowohl in einer entspannten Phase als auch unter Stress beurteilen. Dazu wurden den heterosexuellen Männern Fotos von nackten Frauen gezeigt, die entweder ihnen selbst ähnlich sahen oder einem anderen Probanden. Zuvor kreuzten die Wissenschaftler mit einem Grafikprogramm Fotos der Gesichter der Männer mit dem einer Frau. Vor der Untersuchung musste die Hälfte der Männer ihre Hand drei Minuten lang in eiskaltes Wasser halten. Die Prozedur ließ nachweislich Blutdruck und Herzfrequenz ansteigen und sorgte für eine vermehrte Ausschüttung des Stresshormons Cortisol.

Das Ergebnis: Die Männer mit dem eiskalten Händchen fanden Frauen, die ihnen optisch nicht ähneln, deutlich attraktiver. Die andere Hälfte der Probanden bevorzugte dagegen Fotos von Frauen mit ähnlichen Gesichtszügen. Zwar seien laut Johanna Lass-Hennemann, der Leiterin der Untersuchung, nur Männer getestet worden, es sei aber davon auszugehen, dass Frauen nicht anders reagieren.

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Wie ähnlich solltest du deinem Partner sein? Harmonische Beziehungen 00:01:07
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Tiere verhalten sich genauso

Die Gründe für die Ergebnisse liegen laut Lass-Hennemann in urtümlichen Prozessen: Wer unter Stress steht, handelt und urteilt eher instinktiv. „Unter Stresseinfluss ist der Druck größer, genetisch gut gerüstete Nachkommen zu zeugen“, so die Forscherin. Da dies mit einem Partner aus einem anderen Genpool am besten funktioniert, bevorzugen die gestressten Männer vermutlich eher Frauen, die ihnen nicht ähnlich sehen.

Warum entscheidet sich dann aber ein entspannter Mensch tendenziell für einen Partner, der ihm ähnelt? „Sie werden als loyaler und vertrauenswürdiger wahrgenommen“, erläutert Lass-Hennemann. Offenbar ist die Vertrautheit eine gute Basis für eine lange Beziehung, für eine rasche und erfolgreiche Fortpflanzung dagegen nicht.

Das Team um Johanna Lass-Hennemann hat damit einen komplexen Zusammenhang bestätigt, der schon aus dem Tierreich bekannt ist: Bei vielen Tieren steigert Stress den Trieb, sich fortzupflanzen. Am ehesten pflanzen sich viele Tiere mit solchen Partnern fort, die ihnen selbst nicht ähnlich sehen, was auf eine möglichst geringe genetische Ähnlichkeit schließen lässt und damit Inzucht vermeidet. Doch gerade weil diese Partner ihnen fremd sind, führen die Tiere mit diesen Individuen meist nur kurze Beziehungen.

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