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Männer mit Bärten & Co.: So wird die Liebe im Jahr 2015

Liebesexpertin Birgit Ehrenberg
Liebesexpertin Birgit Ehrenberg

Die Liebe entwickelt sich in zweierlei Richtungen

Jedes Jahr zur Weihnachtszeit schreibe ich etwas Grundsätzliches über die Liebe. Ich bringe auf den Punkt, was die Liebe meiner Ansicht nach von jeher auszeichnet und immer auszeichnen wird. Denn das ist eine meiner Hauptaufgaben als Liebes-Expertin: Ans Licht zu bringen, was den Kern der Liebe ausmacht, wie etwa ihr gebender Charakter. Liebe ist im Wesentlichen Lieben.

Zu Beginn des neuen Jahres dann erfülle ich meine andere bedeutende Aufgabe als Liebes-Expertin: Ich versuche, dem nachzuspüren, wie sich die Liebe entwickeln wird, ich gebe sozusagen einen Ausblick auf ihre neuen „Keime“. Das ist das wirklich Faszinierende an der Liebe, dass sie gleichermaßen Unveränderliches und die Möglichkeit zur Veränderung in sich trägt.

Was bringt uns nun die Liebe an Innovationen im Jahr 2015? Ich habe mich intensiv mit dieser Frage befasst und beziehe mich in meiner Vorausschau auf zwei Phänomene, die auf den ersten Blick rein gar nichts miteinander zu tun haben.

1. Schon 2014 ist mir aufgefallen, dass die Liebe an Tempo gewinnt, Spreu trennt sich schneller von Weizen. Beziehungen, in denen es nicht stimmt, gehen Ratzfatz auseinander. Auch ängstliche Frauen, die sonst eher zäh an einer nicht erfüllenden Liebe festgehalten haben, machen mutig Schluss, wenn es hakt mit einem Partner.

2. Immer mehr Männer tragen Bärte

Das mit den Bärten ist ja nichts Neues, schon seit geraumer Zeit sieht man überall Männer mit Bart. Doch in den letzten Monaten sprießten die Bärte extrem. Ich bin sicher: Das ist ein Zeichen! Ich glaube, dass Männer sich wieder auf ihre Männlichkeit besinnen - in positiver Form. Auf Spielplätzen und in Supermärkten sehe ich Männer mit Bart und Baby. Keine weichgespülten Softies, sondern stattliche Kerle, die total nett zu ihren Kindern sind. Man sieht den Männern an, dass sie Verantwortung tragen können. Es ist aber auch vorstellbar, dass diese Herren durchaus energisch sein können, gegenüber ihren Kindern und gegenüber ihren Frauen. Das führt in manchen Beziehungen vielleicht zu Streit, doch ich bin sicher, dass danach die Luft wieder besonders rein und klar ist. Diese Art von Reibung ist gesund und inspirierend.

Frauen werden weiblicher, Männer männlicher

Eine Aufbau-Kur für uns Frauen, denn ich kenne eigentlich nur Frauen, die sich genau das ersehnen: Dass der Mann stark und lieb ist, dabei mit ihr auf Augenhöhe, sich jedoch nicht zum Hanswurst machen lässt. Viele Männer haben in der Vergangenheit aus falsch verstandener Frauen-Freundlichkeit leider genau das getan: Sich zum aalglatten Hanswurst machen lassen. Wir können also froh sein über jeden zeichenhaften Bart.

Wie hängt das alles nun mit Punkt 1 zusammen? Trennen sich die Frauen schneller, weil ihnen die männlichen Männer unbequem sind? Die Frage würde ich entschieden verneinen. Ich beobachte vielmehr, dass Frauen es den Männern gleichtun, sie werden stärker in ihrer Weiblichkeit, wie die Männer männlicher werden. Die Frauen geben unmännlichen Männern den Laufpass, sie verabschieden sich kurz und schmerzlos aus lauwarmen Beziehungen, sie wollen Tango, Leidenschaft.

Frauen und Männer konzentrieren sich also wieder jeweils auf ihr eigenes Geschlecht, Emanzipation hin, Emanzipation her. Sie wollen das Spannungsfeld Frau-Mann ausleben, ohne wieder in alte Rollenmuster zurückzufallen. Leicht wird das nicht, aber die Liebe verträgt eine solche Herausforderung.

Es ist eine schöne Vision für 2015, dass sich all die starken weiblichen Frauen und all die starken männlichen Männer in kraftvollen Liebesbeziehungen paaren. Da fliegen mitunter sicher die Fetzen, der Verlauf der Geschichte zeigt, dass es immer etwas dauert, bis sich Ideale verwirklichen. Aber der Anfang ist gemacht.

Ich freue mich, als Expertin an dieser interessanten Liebes-Entwicklung mitwirken zu können und bin im Frauenzimmer mit Rat und Tat für Euch da!

Eure Birgit

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