LIEBE LIEBE

Männer, die kochen können sind ein wahrer Segen für jede Frau

Birgit Ehrenberg
Birgit Ehrenberg schreibt jede Woche über die Liebe

Ein Mann der kocht? Besser doch nicht!

Männer, die kochen, die exzellent kochen können und ihre Frauen mit diesen Künsten verwöhnen, lobe ich stets über den Klee. Da kommt ja so viel Gutes zusammen: Eine Frau mit einem kochenden Mann an ihrer Seite muss sich selbst nicht mehr ums Kochen kümmern. Da das Kochen über Jahrhunderte fast immer von Frauen erledigt wurde, ist es eine Riesenerleichterung, wenn ein Mann uns das abnimmt. Und es geht nicht nur um diese alltäglichen Pflichten, nicht nur um die Versorgung der Familie.

Von Birgit Ehrenberg

Es geht auch und in erster Linie um die kulinarisch bedeutsamen Stunden zu zweit, es geht darum, gemütlich auf der Terrasse oder im Wohnzimmer zu sitzen, während ein Duft aus der Küche weht, der einen betört. Man rätselt: Was kocht er bloß? Sind es etwa Spaghetti mit Gambas? Oder Seeteufel mit Risotto? Oder Dorade mit Rosmarinkartoffeln? Es duftet jedenfalls herrlich nach Kräutern. Das Raten macht richtig Spaß, es ist fast wie ein Vorspiel.

Und dann kommt der Mann und serviert die köstlichen Speisen, die er gezaubert hat. Man isst mit ihm, man spricht mit ihm, man genießt mit ihm. Das ist gelebte Liebe, Leute!

Wenn ein Sprichwort stimmt, dann dieses: Liebe geht durch den Magen. Vor allem am Anfang einer Beziehung sind das goldene Stunden: Frisch verliebt essen, was der Mann des Herzens gekocht hat – Bissen für Bissen Seligkeit pur. Gerade für Frauen, die sich immer nach einem kochenden Mann gesehnt haben (das sind fast alle), erscheint ein kochender Mann wie eine Offenbarung.

Heute muss ich trotzdem eine Beschwerde über kochende Männer loswerden. Das heißt: Ich gebe die Beschwerde von anderen Frauen weiter. Denn ich war noch nicht mit einem kochenden Mann zusammen, ich schwinge selbst den Kochlöffel. Ich kenne das aber von meinen Freundinnen, dass sie bekocht werden, und ich darf oft zum Essen kommen.

Wenn der Mann dann emsig in der Küche werkelt, höre ich von den Damen oft eine Klage, die lautet: "Hilfe, ich werde immer dicker. Er kocht jeden Abend, und er ist beleidigt, wenn ich nicht alles verputze. Ich tue das auch gern, ich bin fast süchtig nach seinen Gerichten. Trotzdem, ich werde immer dicker. Er sagt, dass ihm das nichts ausmacht. Mir aber!“

Das scheint wirklich ein elementares Problem zu sein, ich las neulich in einer sehr renommierten Zeitung sogar einen Artikel darüber. Ein berühmter Paartherapeut hat sich des Themas angenommen. Was er schrieb, das war ziemlich abstrakt. Typisch Mann, wahrscheinlich kocht er auch und kann nicht verstehen, warum eine Frau erstens sehr gern einen Mann haben möchte, der für sie kocht – und warum sie dann zweitens aber darüber meckert, dass er kocht und sie dicker wird. Das hat mit Undankbarkeit nichts zu tun, wie dieser Therapeut behauptet!

Fünf Kilo mehr oder weniger, merkt der Mann eh nicht

Frauen hadern eben oft mir ihrer Figur, das adelt sie nicht – ich würde allen Frauen ein entspanntes Verhältnis zu ihrem Körper wünschen, aber bis das mal soweit ist, das ist ein langer Weg. Das gehört mit zur Emanzipation der Frau, und die ist noch im vollen Gange.

Vielleicht kann dieser Text hier aus meiner Feder ein wenig dazu beitragen, dass Frauen weniger oder gar nicht mehr mit ihrer Figur hadern. Ich versuche es gar nicht erst mit Psychologie, es gibt Hunderte von Büchern, deren Inhalt es ist, einer Frau beizubringen, sich selbst zu lieben, auch wenn sie nicht vollkommen ist.

Was übrigens keine Frau ist – und auch kein Mann. Männer wissen das und leben bestens damit. Frauen dagegen hadern. Das nervt Männer. Sie versuchen ihr Glück bei den Frauen, indem sie ihnen immer wieder sagen, wie schön sie sie finden. Hilft nichts! Ein Fass ohne Boden!

Ich komme mit einem schlagenden Argument: Ein Mann, das haben wirklich seriöse Studien ergeben, kriegt nicht mit (!), ob eine Frau 5 Kilo mehr oder weniger wiegt. Ich gehe jetzt davon aus, dass eine Frau mit einem kochenden normalen Mann zusammen ist und nicht mit einem sogenannten 'Feeder'.

Feeder – das sind Psychopathen, die ihre Frauen mästen, bis sie 200 Kilo wiegen. Feeder haben schwer einen an der Waffel, sie wollen ihren Frauen schaden, sie wollen, dass ihre Frauen kiloweise zunehmen und sie damit isolieren. Feeding – das ist eine krankhafte Form von Eifersucht. Feeder achten demnach auf jedes Kilo, weil das einen Erfolg für sie darstellt.

Wer aber nun mit einem normalen Koch zusammen ist, der muss sich nicht den Kopf darüber zerbrechen, ob das ein Ende haben muss mit der Kocherei, weil die Waage zu viel anzeigt. Der Schuss geht schwer nach hinten los – ich warne ausdrücklich davor. Das beleidigt Männer nämlich ungemein, wenn man ihnen die Freude am Kochen nehmen will. Und: Sie finden Frauen, die nicht gern essen, unsexy. Vor allem dann, wenn es ihre eigene ist, die die Speisen ablehnt, die er aus Liebe zu ihr und mit Liebe zubereitet hat.

Wer einen kochenden Mann an seiner Seite hat, mit ihm glücklich ist und nicht will, dass er für eine andere Frau kocht und an deren Seite eilt, der sollte mit Appetit essen und tüchtig Nachschlag verlangen.

Und wenn der kleine Diät-Teufel einem den Genuss verderben will, dann bitte immer daran denken, dass ein Mann fünf Kilo mehr nicht wahrnimmt. Auch nicht fünf Kilo weniger!

Wenn der Mann richtig toll ist, merkt er sogar von sechs Kilo nichts. Und wenn er noch toller ist, ist es ihm – ganz nebenbei gesagt – auch völlig wurscht, ob die Frau Größe 38 oder 42 trägt.

Nur die Liebe zählt! Eure Birgit

Anzeige