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Lupus: Eine Form von Rheuma

Lupus ist eine Form von Rheuma
Lupus bricht meistens zwischen dem 18. und dem 25. Lebensjahr aus. Überwiegend sind Frauen betroffen. © Benicce - Fotolia

Was ist Lupus eigentlich?

Mit dem Verdacht an Lupus erkrankt zu sein, sorgte Lady Gaga dafür, dass diese Krankheit ins Licht der Öffentlichkeit rückte. Doch Lady Gaga hatte Glück. In einem Interview mit dem US-amerikanischen Talkshowmaster Larry King erklärte sie: "Ich habe keine Anzeichen oder Symptome von Lupus. Aber ich wurde grenzwertig positiv auf diese Krankheit getestet. Im Augenblick habe ich es nicht. Aber ich muss gut auf mich achtgeben." Die 24-Jährige passt genau in die Risikogruppe für Lupus: Die Krankheit bricht meistens im Alter von 18 bis 25 Jahren aus, überwiegend sind Frauen betroffen. Doch was genau steckt hinter dieser Erkrankung?  

Lupus ist eine Autoimmunkrankheit aus der Gruppe der Rheumaerkrankungen. Das Problem bei Autoimmunkrankheiten: "Bei keiner Autoimmunerkrankung weiß man, wie sie entsteht", erläutert Professor Christof Specker. Er ist der leitende Arzt der Klinik für Rheumatologie und Klinische Immunologie der Kliniken Essen Süd. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist die Untersuchung von Lupus. Bei Autoimmunkrankheiten bekämpft das Immunsystem den eigenen Körper.  Man geht davon aus, dass Lupus durch genetische Faktoren in Kombination mit Einwirkungen von außen ausgelöst wird. Genetische Faktoren sind beispielsweise eine Erkrankung in der Familie. Weitere Faktoren, die Lupus beeinflussen können, sind sehr unterschiedlich. Die weiblichen Geschlechtshormone spielen eine Rolle bei Lupus. So kann die Einnahme der Pille oder eine Schwangerschaft die Erkrankung auslösen. Außerdem können beispielsweise Stress oder zu viel Sonnenlicht die Krankheit begünstigen.

Wie wird Lupus festgestellt?

Lupus ist die Kurzform von Lupus erythematodes. "Lupus" ist der lateinische Begriff für "Wolf", "erythema" ist die altgriechische Bezeichnung für "Röte". Diese Herleitung ist vermutlich entstanden, da ein charakteristisches Erscheinungsbild Hautrötungen im Gesicht sind. Diese Rötungen erstrecken sich typischerweise über die Wangen, die Nase und das Kinn. Damit erinnern sie an die Fellfärbung eines Wolfes, erklärt Specker. Die Krankheit unterteilt sich in Hautlupus und systemischer Lupus erythematodes (SLE). Während bei Hautlupus tatsächlich nur die Haut betroffen ist, ist SLE eine "autoimmune Multisystemerkrankung, bei der es einfacher ist, die Organe aufzuzählen, die nicht betroffen sein können", so Specker. Da häufig Gelenkschmerzen auftreten, glauben viele zuerst an Rheuma.

Doch SLE geht über Rheuma hinaus, da auch Organe wie die Haut, die Nieren, die Lunge oder das Herz angegriffen werden können. Daher ist eine frühzeitige und korrekte Diagnose sehr wichtig. Lupus erythematodes zu erkennen, ist oft schwierig, da zum einen die Symptome sehr unterschiedlich ausfallen können und zum anderen die Krankheit selten auftritt. In Deutschland gibt es ungefähr 40.000 Erkrankte. Neben allgemeinen Symptomen wie Müdigkeit, Fieber oder Gelenkschmerzen können vor allem Veränderungen der Haut und Entzündungen der Organe oder im Blut Anzeichen für Lupus sein, zählt Specker auf. Festgestellt wird Lupus normalerweise durch einen Rheumatologen. Spezifische Auto-Antikörper im Blut weisen auf die Krankheit hin.

Der Verlauf von Lupus ist schubartig

Lupus verläuft in der Regel schubförmig.
Die Autoimmunkrankheit Lupus verläuft in der Regel schubförmig

Lupus verläuft bei ungefähr zwei Drittel der Patienten schubartig. Von diesen ist ungefähr die Hälfte der Betroffenen zwischen den Schüben beschwerdefrei, bei der anderen Hälfte ist die Krankheit auch zwischen den Schüben aktiv. Bei dem restlichen Drittel verläuft die Krankheit nicht schubweise, sondern schreitet langsam voran. Lupus wird medikamentös behandelt. Da die genaue Ursache der Krankheit nicht bekannt ist, können nur die Symptome der Krankheit therapiert werden. Ziel der Therapie ist es, das Immunsystem zu bremsen und die Entzündungen im Körper in den Griff zu bekommen.

Dabei werden - je nach Schwere der Krankheit - unterschiedliche Medikamente eingesetzt. Das Spektrum reicht von einfachen Schmerzmitteln, über Malaria-Medikamente bis hin zu Medikamenten, die die Leistung des Immunsystems abschwächen oder das Zellwachstum hemmen. Je früher die Therapie einsetzt, desto mehr Einfluss kann man auf den Krankheitsverlauf nehmen. Wenn Lupus früh diagnostiziert und behandelt wird, haben die Patienten durchaus eine normale Lebenserwartung. Allerdings gibt es immer noch Patienten, bei denen Lupus tödlich verläuft. Frauen, die an SLE leiden, können trotzdem schwanger werden. Sie zählen allerdings automatisch zu den Risikoschwangerschaften. "Bei bestimmten Formen des SLE besteht eine deutlich gesteigerte Fehlgeburtsrate, die man aber behandeln kann", erklärt Specker. Dafür ist es allerdings notwendig, dass man einen Rheumatologen aufsucht, der mit der Therapie von Lupus vertraut ist.

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