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Lungenkrebs: Anzeichen, Symptome und Heilungschancen

Lungenkrebs : Symptome und Anzeichen sind nicht leicht zu diagnostizieren.
Rauchen ist und bleibt die Hauptursache für Lungenkrebs. © dpa, Rainer Jensen

Lungenkrebs: Rauchen ist Risikofaktor Nr. 1

Lungenkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten. Jährlich sterben bis zu 50.000 Menschen in Deutschland an Lungenkrebs. Das tückische an Lungenkrebs ist, dass es wenig typische Anzeichen und Symptome gibt. Daher wird er meist zufällig oder erst dann diagnostiziert wird, wenn es für eine erfolgreiche Behandlung zu spät ist. Außerdem bildet der Krebs sehr früh Metastasen in anderen Organen.

Bei Frauen wie bei Männern ist Lungenkrebs die dritt häufigste Krebsart. Die meisten Menschen erkranken erst jenseits der 60 an Lungenkrebs. Nur ein Viertel der an Lungenkrebs Erkrankten sind jünger als 60 Jahre.

Risikofaktoren:

Wer an Lungenkrebs denkt, denkt ans Rauchen. Tatsächlich gelten Rauchen und auch Passivrauchen als Hauptrisikofaktoren für Lungenkrebs: 80 Prozent der Erkrankungen sind auf Rauchen zurückzuführen. Das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, ist bei männlichen Rauchern etwa 20 bis 30 Mal so hoch wie bei Nichtrauchern. Raucherinnen haben ein etwa neunmal so hohes Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Insgesamt erkrankt etwa jeder zehnte Raucher im Laufe seines Lebens an Lungenkrebs. Passiv-Raucher haben ein 20 bis 30 Prozent höheres Risiko für Lungenkrebs als Nichtraucher. Etwa 36.000 Deutsche sterben jährlich an Lungenkrebs infolge von rauchen.

Umweltfaktoren wie Asbest, Arsen oder Quarzstaub gelten ebenfalls als Risikofaktoren. Häufig werden sie von Menschen eingeatmet, die in der chemischen Industrie beschäftigt sind. Als Bausubstanz ist Asbest seit 1993 in Deutschland verboten. Auch Dieselabgase stehen im Verdacht, Lungenkrebs zu begünstigen.

Die Ernährung spielt nur eine geringe Rolle. Tatsache aber ist, dass ein ausreichender Obst- und Gemüse-Verzehr generell vor jeder Art von Krebs schützt. Wichtig hierbei ist: Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamintabletten oder -pulver haben nicht den gleichen Effekt. Ganz im Gegenteil wurde in Studien nachgewiesen, dass Vitamin A-Präparate das Krebsrisiko sogar erhöhen.

Klassische Symptome für Lungenkrebs fehlen, was die Diagnose erschwert

Diagnose:

Bislang gibt es keine Früherkennungsuntersuchung für Lungenkrebs. Viele Untersuchungen sind zu ungenau. Zumal die Warnzeichen und Symptome meist sehr unspezifisch sind. Der einzige Weg, Lungenkrebs vorzubeugen, scheint also in der Minimierung der Risikofaktoren zu liegen.

Obwohl Lungenkarzinome durch eine Computertomographie (CT) besser erkannt werden können als durch normales Röntgen, ist eine solche Untersuchung nicht unumstritten. Der Nutzen muss genau abgewogen werden. Zwar erhöhen regelmäßige CT-Untersuchungen die Wahrscheinlichkeit, Karzinome früher zu erkennen. Aber diese Untersuchungen steigern selbst das Krebsrisiko. Denn auch die Strahlenbelastung modernster Geräte ist noch immer vergleichsweise hoch. Und im frühen Krebsstadium werden Tumore auch per CT-Screening nicht erkannt.

Symptome:

Leider lassen sich keine typischen Symptome für Lungenkrebs nennen. Karzinome (Tumore) in der Lunge machen sich nämlich meist erst sehr spät bemerkbar und werden oft zufällig bei Röntgenuntersuchungen - beispielsweise des Brustkorbs - erkannt. Erste Anzeichen für Lungenkrebs können chronischer Husten oder Bronchitis sein. Diese werden von Rauchern jedoch oft als normale Begleiterscheinungen des Rauchens hingenommen und abgetan. Spätestens aber, wenn der Husten mit blutigem Auswurf, Fieberschüben oder Luft- und Atemnot einhergeht, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Auch Gewichtsverlust oder Schmerzen in der Brust oder in den Knochen können Warnsignale sein.

Oft breitet sich der Tumor über das Blut auch auf andere Organe aus – er streut und bildet Metastasen. Betroffen sind häufig die Leber, Knochen, Hirn oder Nieren. Wenn sich in der Leber Metastasen gebildet haben, kommt es zu Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit oder einer Gelbfärbung der Augen. Breitet sich der Krebs in die Knochen aus, stellen sich Schmerzen ein, die oftmals als Arthrose fehlgedeutet werden.

Treten eines oder mehrere der Symptome auf, sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen. Eine Bronchoskopie (Lungenspiegelung) kann Klarheit verschaffen. Dabei wird die Lunge mit Hilfe eines langen Schlauchs, der auch in die feinen Verästelungen der Lunge reicht, auf Veränderungen untersucht. Eine Kamera überträgt die Bilder auf einen Bildschirm. Wenn nötig, können auf diese Weise auch Gewebeproben entnommen werden.

Auch eine Blutuntersuchung kann bei der Diagnose helfen. Denn Lungentumore bilden hormonähnliche Stoffe, die beispielsweise eine Blutarmut auslösen oder die Blutgerinnung stören können.

Behandlung:

Die Behandlung von Lungenkrebs hängt vom Stadium der Erkrankung ab. Wenn möglich, wird der Tumor operativ entfernt. Sind bereits andere Organe betroffen, versuchen Ärzte in der Regel, mit Hilfe einer Chemo- oder Strahlentherapie das Wachstum der Krebszellen zu bremsen.

In jedem Fall gilt: Raucher sollten sofort mit dem Rauchen aufhören. Es ist nicht nur kontraproduktiv, sondern vergrößert das Risiko für Komplikationen bei der Therapie.

Die Heilungschancen hängen vor allem von der Größe der Krebszellen ab. „Kleinzellige“ Karzinome bilden schnell Metastasen, „nichtkleinzellige“ Karzinome nicht, Bei letzteren sind also die Heilungschancen größer.

Generell gilt, dass sich kein anderer Krebs so leicht vermeiden lässt wie Lungenkrebs – nämlich durch den Verzicht aufs Rauchen. Wer vor seinem 50. Geburtstag Nichtraucher wird, senkt sein Lungenskrebs-Risiko um 50 Prozent. Wer gar vor dem 40. Lebensjahr Schluss macht mit der Qualmerei, senkt das Erkrankungs-Risiko um 90 Prozent.

Wenn Sie trotz aller guten Argumente nicht von den Glimmstängeln los kommen, sollten Sie versuchen, sich gesund zu ernähren, regelmäßig Sport zu treiben und generell auf Ihren Körper achten. Gehen Sie bei zweifelhaften Symptomen lieber einmal zu oft zum Arzt als einmal zu wenig oder - zu spät.

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