Love-Scamming: Die fiese Masche mit der vorgetäuschten Liebe

In der Falle eines Love-Scammers: "Ich habe 30.000 Euro verloren.“

Es ist die fiese Masche mit der Liebe, mit der sogenannte Love-Scammer, zu Deutsch: Liebes-Schwindler, jede Menge Geld von einsamen Frauen ergaunern. Diese Erfahrung musste auch Nicole Meißner machen. Sie hat ihre Möbel und ihr Auto verkauft und sogar einen Raub begangen – um 30.000 Euro für einen Mann zusammenzukratzen, den sie noch nie gesehen hat und der ihr die große Liebe vorgaukelte.

In der Falle eines Love-Scammers: "Ich habe 30.000 Euro verloren.“
Love-Scamming: Die fiese Masche mit der Liebe

Es ist eine Art Sucht. Das gibt Nicole zu. Eine Sucht nach dem Mann, den sie niemals persönlich getroffen hat, der ihr aber hundert Mal am Tag übers Internet die große Liebe schwört und sie dabei ausnimmt. Heute bereut sie, dass sie auf diese Masche hereingefallen ist: „Wie kann man so blöd sein und für jemanden kriminell werden?“, fragt sich die 41-Jährige in unserem Interview. „Ich habe 30.000 Euro verloren.“

Im Mai 2013 lernte Nicole ihren afrikanischen Internetfreund Osas kennen. Er umgarnte sie, schmeichelte ihr und bat immer wieder um Geld. Er tischte ihr sogar die Lüge auf, er sei ein erfolgreicher, weißer Geschäftsmann aus England, der sich gerade in einer blöden finanziellen Notsituation befinde. Und auch als sie irgendwann wusste, dass ihr ach-so-liebevoller Internetfreund aus Nigeria ist, schickt sie weiterhin Geld. Bis zu 20 Mal am Tag telefonierte sie sogar mit ihm: „Wenn man das rückblickend betrachtet, war das absolute Kontrolle“, gibt Nicole heute zu.

Um ihm ein gutes Leben in Afrika zu ermöglichen, machte Nicole 30.000 Euro locker – auch aus einem Raubüberfall. Dafür bekam sie ein Jahr und acht Monate auf Bewährung. „Ich bin so entsetzt von meinem eigenen Verhalten. Ich bin kein krimineller Mensch. Aber das ich für einen Mann, den ich nie getroffen habe, eine Straftat begangen habe, ist für mich selber unbegreiflich.“

Nur ein Jahr später fällt Nicole erneut auf einen Love-Scammer rein. Sie glaubt wieder an die ganz große Liebe, will ihn sogar heiraten. Er kommt aus Nigeria und auch ihm schickt sie Geld. Sie will nicht wahrhaben, dass er es nicht ernst meinen könne - sie muss es auf die harte Weise erfahren: Sie findet Fotos, auf dem er eine andere Frau küsst. Es stellt sich heraus, dass der Afrikaner zwei weitere deutsche Frauen zur selben Zeit betrog, sowie zwei Afrikanerinnen.

Doch alle guten Dinge sind drei: Auch Nicoles aktueller Freund ist ein Afrikaner. Und auch ihn will sie heiraten - und das, nachdem die beiden sich erst zwei Monate kennen. Dass er sie wieder nur ausnutzt, daran will Nicole nicht denken und es auch nicht wahrhaben. Das liegt wohl daran, dass er sie nicht, um Geld gebeten hat - noch nicht...

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