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'Love drugs': Sollte man Liebe mit Pillen künstlich erhalten?

Love drugs: Sollte man Liebe mit Pillen künstlich erhalten?
Love drugs: Liebe künstlich erhalten?

Künstliche Liebe durch 'Love drugs'

Noch ist es Zukunftsmusik, doch schon bald könnten Forscher tatsächlich an einer 'Liebespille' arbeiten, die erkaltete Gefühle in einer langjährigen Beziehung wiederbelebt. Wissenschaftsjournalist Ross Andersen schreibt in einem Artikel der Online-Ausgabe der amerikanischen Zeitschrift 'The Atlantic' über genau diese Idee, das Kribbeln im Bauch mit Hilfe von Medikamenten zurückzuholen.

Konkrete Forschungen haben noch nicht begonnen, doch Philosophen der Universität Oxford haben jetzt schon die Vorteile solcher liebeserhaltender Medikamente diskutiert. Ein für sie wichtiges Pro-Argument: Paare mit Kindern könnten dem Wohl ihres Nachwuchses zuliebe auf solche Pillen zurückgreifen, wenn es in der Ehe nicht mehr knistert. Ihre Kinder könnten dann in intakten Familienverhältnissen aufwachsen.

Liebe ist ein biochemischer Prozess, der zumindest theoretisch durch Hormone und andere Stoffe beeinflusst und gesteuert werden könnte. Und klingt es nicht traumhaft: Nach vielen gemeinsamen Jahren wieder Schmetterlinge im Bauch zu haben beim Anblick des Partners, für den man keine romantischen Gefühle empfindet, mit dem man sich aber ein gemeinsames Leben aufgebaut hat.

Nach einer gescheiterten Beziehung oder unglücklichem Verliebtsein müsste man nie wieder leiden, sondern könnte Liebeskummer durch ein paar Pillen einfach vergessen. Ähnliche Pillen sind außerdem schon längst auf dem Markt, so die Philosophen: Viagra ermögliche Paaren ein erfülltes Sexleben und fördert durch das enthaltene Hormon Oxytocin gleichzeitig die Bindung zwischen den Paaren. Und auch Antidepressiva verbessern nicht nur das seelische Befinden der depressiven Person, sondern damit auch ihre Beziehung, die unter der Krankheit leidet.

'Love drugs': Liebe würde ihren Wert verlieren

Gleichzeitig ist diese Idee sehr desillusionierend: Was ist Liebe überhaupt noch wert, wenn sie künstlich erzeugt und komplett kontrollierbar ist? Sind wir Menschen so verzweifelt, dass wir das mit der Liebe nicht mehr ohne Medikamente schaffen? Und wie würden wir mit dem Wissen leben, dass wir unseren Partner nur lieben, weil die Liebespille unserer Empfindungen steuert?

Jegliche Romantik wäre zerstört: Mit solchen Pillen würde Liebe selbstverständlich werden, wir müssten nicht mehr um unsere Beziehung kämpfen. Die Erfindung einer Liebespille bleibt damit eine Idee, die zumindest die Pharmaindustrie begrüßen würde: Mit der Aussicht auf ewige romantische Liebe lässt sich ganz sicher eine Menge Geld verdienen.

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