Louis (5): Arzt soll ihm aus Wut ein Büschel Haare ausgerissen haben

Der Fünfjährige hat jetzt eine kahle Stelle am Kopf

Dass Kinder manchmal nicht ganz so gerne zum Arzt gehen, ist nichts Ungewöhnliches. Der fünfjährige Louis jedoch hat mittlerweile Panik vor Ärzten - denn nach einem Besuch beim HNO-Arzt kehrte er mit einer fünf Zentimeter breiten kahlen Stelle am Kopf zurück. Der Arzt soll ihm ein großes Büschel Haare ausgerissen haben, weil Louis ihn wütend gemacht habe, wie die Oma des Fünfjährigen erzählt.

Louis (5): Sein Arzt soll ihm ein Büschel Haare ausgerissen haben
Nach dem Arztbesuch hat Louis (5) eine kahle Stelle am Kopf

Die Geschichte beginnt mit einem ganz gewöhnlichen Arztbesuch: Weil Louis Halsschmerzen hat, geht er mit seiner Oma zu einem HNO-Arzt in Essen. Als der Arzt mit der Frau über die Diagnose - eine Mandelentzündung - spricht, beginnt Louis, im Behandlungszimmer herumzuspielen - auch mit der Computer-Maus des Arztes. Und genau das ließ diesen ausrasten, so Louis' Oma Barbara Baginski: "Er hat ihn richtig fest und aggressiv am Kopf gegriffen", erzählt sie. Dann habe der Arzt ihn wütend an den Haaren gezogen: "Wenn ich nicht losgeschrien hätte, hätte er nicht aufgehört und Louis hätte garantiert noch mehr Haare verloren".

Verhindern konnte sie die Attacke des Arztes nicht mehr, allerdings hat sie danach geistesgegenwärtig gehandelt: Sie ist mit dem Jungen zu einer Kinderchirurgie gegangen und hat die Beweise gesichert. Dort diagnostizieren die Ärzte eine 'traumatische Entfernung von Haaren der Kopfhaut'. Anschließend ist Baginski zur Polizei gegangen und hat Anzeige gegen den Arzt erstattet. Die Polizei wird Louis noch einmal befragen und auch den HNO-Arzt vernehmen. Auf Anfrage von RTL wollte dieser sich nicht zu dem Vorfall äußern.

"Was der Arzt gemacht hat, wenn es denn stimmt, ist natürlich Körperverletzung und strafbar", so Rechtsanwalt Burkhard Bennecken. Er habe aber auch mit einem Verfahren bei der Ärztekammer zu rechnen, bei dem entschieden werde, ob er überhaupt weiter als Arzt arbeiten darf. Ob er angeklagt wird, muss die Justiz entscheiden. Doch für Louis ist die Sache noch nicht vorbei: Wie seine Oma erzählt, ist der Junge nach dem traumatischen Arztbesuch immer noch stark eingeschüchtert und würde am liebsten gar nicht mehr zu Ärzten gehen.

Das Gute: Von der kahlen Stelle auf Louis' Kopf wird man in spätestens zwei Monaten nicht mehr viel sehen - und vielleicht kann der Fünfjährige diesen Arztbesuch irgendwann vergessen und wieder unbekümmert lachen.

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