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Lotusgeburt immer beliebter: Die Plazenta bleibt am Baby, bis sie abfällt

Neuer Trend: Plazenta bleibt am Baby
Neuer Trend: Plazenta bleibt am Baby Lotusgeburt ist ein alter Ritus der Maoris 00:01:15
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Bei der Lotusgeburt bleiben Nabelschnur mit Plazenta bis zu 10 Tage am Kind

Spätestens seit eine der Kardashian-Frauen sich ihre Plazenta zu Pillen hat drehen lassen, sind wir sensibilisiert für dieses Thema. Nun gibt es im Internet einen neuen Plazenta-Trend! Die so genannte Lotus-Geburt wird momentan in den sozialen Netzwerken gefeiert. Dabei sind die frisch geborenen Babys mit ihrer Nachgeburt zu sehen. Noch verbunden mit der Plazenta, liegen sie da und ruhen sich aus. Die Nachgeburt, bestehend aus Nabelschnur und Plazenta bleibt dabei so lange am Kind, bis sie abfällt. Das dauert in der Regel drei bis zehn Tage.

Was dahinter steckt, erfahren Sie im Video.

Die Vorteile des späten Abnabelns

So skurril die Lotus-Geburt erscheinen mag - ein spätes Abnabeln der Babys ist in der Tat nicht unüblich. Judith Kulesza ist Hebamme seit mehr als 30 Jahren und erklärt uns: "Ich empfehle jeder Schwangeren, nach der Geburt die Nabelschnur auspulsieren zu lassen, es sei denn, das Kind muss sofort intensivmedizinisch betreut werden."

So abwegig ist die Idee also gar nicht. Durch das späte Abnabeln gelangen noch wichtige Blutzellen in den Blutkreislauf des Babys und kommen so dem Kind nach der Geburt zugute. Außerdem erhalten die Kinder so mehr Eisen, das sechs Monate eine gute Versorgung des Kindes gewährleistet. Nicht nur das: Trennt man das Kind vorschnell von der Nabelschnur, muss der Körper des Kindes auf 100 Milliliter Blut verzichten. Nur 300 Milliliter hat es im Körper. Werden ihm 100 Milliliter verwehrt, kann es zur Blutarmut und Unterkühlung kommen. Außerdem profitiert das Immunsystem des Kindes davor, die Nabelschnur nicht frühzeitig abzuklemmen.

Ob man aber die Plazenta so lange am Kind belassen sollte, bis sie mit der Nabelschnur vollständig abfällt, bezweifelt auch die Hebamme.

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