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Lippenstifte: Sie machen rot und krank

Lippenstifte: Sie machen rot und krank

306 Lippenstifte im Test – da hätten sicher viele Frauen nur zu gerne mitgetestet: Klatschmohn oder Korall, die Auswahl ist riesig, die Qualitätsunterschiede sind’s auch. Das Gesamtergebnis von Ökotest ist niederschmetternd: Die allermeisten Lippenstifte sind schlecht. 121 Lippenstifte schneiden mit "ungenügend", 44 mit "mangelhaft" ab. Und warum?

Für die Haftung auf den Lippen sind vor allem Wachse und Fette zuständig. Häufig kommen Rizinusöl oder Candellilawachs zum Einsatz. Viele Rezepturen enthalten allerdings auch Paraffine, Erdölprodukte oder synthetische Stoffe wie Silikone. Weil sich der Lippenstift abträgt, indem man ihn nach und nach weglutscht, gelangen diese Stoffe in den Körper. Paraffine können sich im Körper in Organen wie der Leber oder den Lymphknoten anreichern.

Krebserregende Stoffe enthalten

Lichtschutzfilter, die im Tierversuch wie ein Hormon wirken, und allergisierende Duftstoffe geben ebenfalls fette Minuspunkte in der Ökotest-Wertung. In zehn Lippenstiften steckt sogar Anilin, das im Verdacht steht, Krebs zu erzeugen.

Und dann sind da natürlich die Pigmente, die für die Färbung sorgen. Besonders kritisch ist der Farbstoff CI 17200, der Anilin abspalten kann. Die meisten Anbieter setzen halogenorganische Farbpigmente in der ein oder anderen Farbe ein. Dabei wissen sie meist selbst nicht, was da so genau drin steckt. Schließlich gehören mehrere 1.000 Stoffe, die Brom, Jod oder Chlor enthalten, zu den halogenorganischen Verbindungen. Viele gelten als allergieauslösend, manche erzeugen Krebs.

Mit diesen Produkten auf der sicheren Seite

Lippenstifte: Sie machen rot und krank

Rundum zu empfehlen sind alle getesteten Lippenstifte von Dr. Hauschka, Lavera und Logona. Nur eine konventionelle Marke geht durchweg mit "sehr gut" aus dem Test: beim [b] basic Lippenstift von Schlecker sind alle 20 getesteten Farbnuancen in Ordnung. Denn generell gilt nicht "einer gut, alle gut". Bei einer Lippenstiftserie kann ein Farbton ganz unproblematische Farbpigmente enthalten, beim nächsten werden bedenkliche Pigmente eingesetzt.

Es zeigt sich auch wieder einmal, dass teure Produkte nicht besser sind als billige. Chanel, Dior; Lancôme - alle fast 30 Euro teuer - fielen beim Test glatt durch.

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