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Liebevolle Berührungen: Diese Zärtlichkeiten sind die Zeichen wahrer Liebe

Ist er in mich verliebt?
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Das sind die Bedeutungen bestimmter Gesten

Neulich las ich einen Artikel über die verschiedenen Formen von Zärtlichkeiten, die Frauen mögen. Genauer: Was diese Zärtlichkeiten über ihre jeweils eigene Art, Gefühle zu erleben und zu zeigen, aussagen. Es ging ums Küssen, Hand in Hand gehen, Streicheln, Kuscheln.

Ich empfand die Lektüre als ausgesprochen inspirierend und wohltuend, weil sich das Thema abhebt von dem ewigen Einerlei über die verschiedenen Formen von Sex-Techniken, Stellungen, Vorlieben, Abneigungen und so weiter, die ständig durch die Medien geistern. Das kann doch wirklich kein Mensch mehr lesen.

Ich machte ich mir meine Gedanken über den Zärtlichkeiten-Text und zog das Fazit: Ich habe keine Einwände, ich stimme mit der Autorin in allen Punkten überein. 1. Frauen, die das Küssen lieben, sind verspielt und hingabevoll, das gilt gleichermaßen für Männer, die das Küssen lieben. Wer gern küsst, hat kein Problem mit Nähe. 2. Wer immer Hand in Hand gehen will, braucht auch vor der Welt stets die Versicherung, dass er geliebt wird, ist also eher "außenorientiert" und zudem meistens ein wenig ängstlich, was die Stabilität der Liebe angeht. 3. Wer das Streicheln schätzt, ist ein eher innerlicher Liebender von der leisen und sensiblen Sorte und möchte über die Haut den anderen erreichen, sich über die Haut verbinden, in den Partner "hineinkriechen". Diese Sehnsucht treibt auch Kuschel-Fans.

Alles richtig, sagte ich mir. Aber was ist eigentlich die sinnfälligste Beweis-Berührung dafür, dass ein Mensch einen anderen Menschen ernsthaft liebt? Das ist hier die Gretchenfrage, die unbeantwortet bleibt. Das will ich wissen!

Küssen, Streicheln und Umarmen, Kuscheln, das geht auch ohne wahre Liebe, das ist meine Meinung. Da reicht Sympathie.

Doch es gibt eine Geste, die geschieht nur dann, wenn man jemanden wirklich liebt. Ich spreche davon, das Gesicht des anderen in die Hände zu nehmen, mit beiden Händen die Wangen zu umfassen.

Eine Berührung im Gesicht ist intimer als Sex

Ich kenne niemanden, den diese Berührung nicht im Innersten bewegt. Der Grund liegt auch darin, dass das Gesicht eben eine ganz persönliche Zone ist, ein Gesicht hat eine eigene Intimität. Sie ist intimer als das, was unter der Gürtellinie liegt.

Man lässt sich im Gesicht nicht von Hans und Franz herumfingern. Und man selbst möchte auch nicht das Gesicht von Hans und Franz in den Händen halten. Diese Geste hat etwas sehr Nahes, etwas Zartes und Beschützendes, etwas Seelisch-Geistiges, da kommt keine andere Berührung mit, diese Berührung beglückt Frauen und Männer.

Zudem sieht man sich eben dabei in die Augen, man erkennt den anderen, erkennt ihn als den ureigensten Lieblingsmenschen unter allen Menschen auf der Welt.

Das Gesicht in die Hände nehmen - diese Zärtlichkeit hat eine erhabene Botschaft, sie lautet: "Du bist mein Mensch. Du, Dich meine ich. Mit Dir und nur mit Dir möchte ich sein!" - Ist das nicht schön?

Wenn ich die Bedeutung und Aussagekraft dieser wunderbaren Geste auf den Punkt bringen müsste, dann würde ich festhalten, dass jemand, der die Geste verschenkt, wahrhaft liebt. Der, der die Geste empfängt, darf sich wahrhaft geliebt fühlen.

Lasst die Berührung zu Weihnachten, dem ultimativen Fest der Liebe, denen zuteil werden, die Ihr liebt. Und auch an allen anderen Tagen des Jahres.

Frohe Weihnachten! Eure Birgit

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