LIEBE LIEBE

Liebesglück mit Männern: Realität oder nur schöne Illusion?

Liebesglück mit Männern
Machen Männer uns glücklich?

Hängt unser Liebesglück nur von Männern ab?

Ich habe mir an dieser Stelle schon die Finger wund geschrieben, um zu ergründen, wie man es schafft, das ultimative Liebesglück mit einem Mann zu erreichen und zu halten. Interessanterweise habe ich nie thematisiert, ob Männer und Glück vielleicht unvereinbare Komponenten sind im Leben einer Frau. Ob ich mir quasi umsonst den Kopf zerbreche.

Manchmal sieht man ja den Wald vor Bäumen nicht. Ich als Liebesexpertin habe eben immer die prinzipielle Möglichkeit des Liebesglücks vor Augen und will helfen, die Liebe zu finden. Weil Liebe froh macht. So meine Annahme.

Natürlich beziehe ich die ganzen Störfaktoren der Liebe in meine Arbeit mit ein. Von denen es viele gibt. Eigentlich sehr viele, wenn ich es gründlich bedenke. Deshalb gibt es „Liebe leicht gemacht“. Sind es gar so viele Störfaktoren, dass meine Rechnung Liebe = Glück nicht aufgeht?

Ich hätte dann schon längst auf jene provokative Frage kommen müssen, die sich meine geschätzte Kollegin Evelyn Holst gemeinsam mit der Autorin Eva Gerberding in dem gerade erschienenen Buch „Wer sagt, dass Männer glücklich machen? Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs.“ (Südwest, 14, 99 Euro) gestellt hat.

Die These der Damen: Wir machen uns etwas was vor, wenn wir unser Glück auf Männer projizieren. Unsere Dauersehnsucht geht ins Leere!

Damit das auch der gutgläubigsten Frau klar wird, arbeiten Holst und Gerberding ihre steile These an Fakten ab.

Nehmen wir das weibliche Herzensbedürfnis, mit einem Mann sprechen zu wollen. Lange Gespräche am Küchentisch. Oder im Bett. Nach dem Sex. Vor dem Sex. Was fühlst DU? Was fühle ICH? Meine Güte, auch ich träume davon. Von einer Seelen – und Geistesverwandtschaft mit dem Liebsten. Dazu möge er noch ein grandioser Liebhaber sein, herrlich. Wie sieht das im realen Leben aus? Mit wem sprechen wir? Wer hört uns zu? Das machen unsere Freundinnen.

Ganz selten fügt es sich, dass wir einem Mann begegnen, der uns das Gleiche gibt. Ich habe es erlebt, durchaus. Doch der Mann war verheiratet, da kam dann quantiativ nicht viel rum mit der Seelen – und Geistesverwandtschaft.

Liebesglück mit Männern ist, wenn wir uns selbst glücklich machen

Wenn die Begegnung mit solch einem Mann eine derartige Ausnahme ist, wie ein Sechser im Lotto, warum vertrauen wir so sehr darauf, dass wir diesen Gewinn hundertprozentig an Land ziehen werden? Ist das nicht naiv?

Anderes Beispiel: Frauen malen sich aus, wie toll es wäre, mit dem Traummann eine Familie zu gründen. Die Welt ist aber voll mit Männern, die keine Kinder wollen; diese Frauen zu trösten und aufzubauen ist mein täglich Brot. Und jene Frauen, die mit einem Traummann eine Familie gegründet haben, klagen darüber, dass er sie mit allem allein lässt. Oder sie betrügt. Jede zweite Ehe wird geschieden. Der Wunsch nach der Trennung geht meistens von Frauen aus. Trotzdem hält sich hartnäckig die Vorstellung, dass die Kombination von Papa-Mama-Kinder eine Art Paradies von Dauer sei.

Sollen Frauen deshalb auf Kinder verzichten? Nein, auf keinen Fall raten Holst und Gerberding. Doch vielleicht einfach die Kirche im Dorf lassen, nicht zu viel zu erwarten von den Männern als Vätern UND Geliebten UND Versorgern UND Zuhörern und Sprechenden.

Ich bringe noch ein drittes Beispiel auf den Tisch. Eine Hoffnung auf Sex mit dem Mann, den man liebt. Das ist für fast alle Frauen das Höchste. Viele leben ohne Sex und warten darauf, dass der Richtige kommt. Der Richtige kann aber in jeder Hinsicht der Richtige sein, leider nur schlecht im Bett. Holst und Gerberding plädieren für einen entspannten Umgang mit dem Thema „Sex“. Den gibt es nämlich auch ohne Liebe, und manchmal fühlt er sich sogar richtig gut an.

Ist das Buch „ Wer sagt, dass Männer glücklich machen?“ ein Aufruf, die Männer oder die Sehnsucht nach ihnen abzuschaffen? Auf keinen Fall, haben mir die Autorinnen bestätigt.

Wir Frauen mögen einfach unseren Blick schärfen. Den beschönigenden Nebel von der Linse nehmen, der die Männer als die absoluten Überbringer der Seligkeit ins Auge fasst. Auf den Boden bleiben. Von dort aus mit sich glücklich sein. Und den Mann, der dann kommt als schönes DAZU zu betrachten. Als Punkt auf dem i. Wir Frauen sind der Punkt!

Das ist - ich unterstreiche es als Liebesexpertin – in der Tat „Liebe leicht gemacht“.

Eure Birgit

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