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Liebesbrief schreiben: Romantik pur in Worten

Liebesbrief schreiben: Romantik pur in Worten

Neulich habe ich einen Liebesbrief von einem Mann bekommen, der in meinem Herzen wohnt - der Mann, nicht der Brief. Doch mit seinen Briefen hat er sich den Platz in meinem Herzen erobert. Wie auch Sie den perfekten Liebesbrief schreiben können, verrate ich Ihnen hier.

Die meisten Menschen sind unsicher, was das Verfassen eines Liebesbriefs angeht und lassen deshalb die Finger davon. Schade, denn ein Liebesbrief ist eine wunderbare Sache. Für den Schreiber wie für den Empfänger. Liebesbriefe vermehren Liebe - wenn sie gut geschrieben sind. Der Schuss kann allerdings auch nach hinten losgehen, wenn man sich beim Schreiben verbale Klöpse leistet. Das passiert nicht, wenn Sie bei mir in die Liebesbrief-Schreibschule gehen.

Anrede im Liebesbrief: Liebe, Liebste oder nur der Name?

Als ich den Einstieg las – sein Liebesbrief begann mit einem simplen „Birgit!“ - bekam ich eine freudige Gänsehaut. Ich fühlte mich geliebt. Die Anrede hat gewissermaßen meine Seele gestreichelt.

Ich fragte mich, warum mich das derart berührt - „Birgit!“ Warum finde ich es nicht besser, wenn er schreibt „Liebe Birgit!“? Ich bin doch eine liebe Birgit und möchte so gesehen werden. Das ist eine rhetorische Frage, denn eigentlich weiß ich aus dem Studium vieler Liebesromane und Liebesbriefe: Das Wörtchen „Liebe/r“ schafft eine sofortige Distanz zum Leser. Es ist viel romantischer, einen Liebesbrief mit dem Namen des geliebten Menschen zu beginnen. Manche Menschen machen das intuitiv richtig, wie sie sich auch sonst geschickt anstellen beim Schreiben eines Liebesbriefs.


Der Einstieg in einen Liebesbrief

Nach dem Einstieg in den Liebesbrief mit der direkten Anrede - der auch ein Komma folgen kann, es muss kein Ausrufezeichen sein - sollte man erwähnen, dass man sich nach dem anderen sehnt. Das kann man auch schreiben, wenn man den geliebten Menschen gerade vor einer Stunde gesehen hat.

Merke: Liebende sehnen sich immer. Und das muss gesagt werden, weil es gehört werden will. Heimliche Sehnsucht ist nicht liebesfördernd. Es muss im Anschluss folgen, warum man gerade diesen Menschen vermisst. Das heißt: Man sollte im Liebesbrief auch schreiben, was man an ihm oder ihr toll findet. Dafür finden sich natürlich immer Metaphern, es ist naheliegend zu diesen zu greifen, weil man meint, das sei poetisch und beeindruckend.

Problem: Die meisten Metaphern sind abgedroschen. Wenn man nicht gerade Goethe ist, fallen einem kaum feinsinnige Metaphern ein. Kommt also bitte nicht auf die verwegene Idee, die Wangen eures Partners mit roten Rosen zu vergleichen, falls er rosige Wangen hat. Das ist kitschig. Viel besser: Die eigenen Ängste ansprechen, dass man jetzt am liebsten ins metaphorische Schwärmen kommen möchte, dass man alles preisen und loben will, was einem am anderen gefällt, dass man aber jetzt schon schwitzt, etwas Peinliches zu Papier zu bringen.

Ein Liebesbrief sollte handschriftlich verfasst werden

Ich spreche hier ausdrücklich von Papier, denn der perfekte Liebesbrief sollte mit der Hand geschrieben werden, mit dem Füller am besten. Das Bekenntnis, dass man in Sorge ist, etwas Peinliches zu schreiben, ist entzückend, wird seine Wirkung nicht verfehlen, den Leser geneigt stimmen, ein Lächeln auf sein Gesicht zaubern.

Ein Liebesbrief sollte persönlich sein

Und da ihr euch nun schon im Vorfeld entschuldigt habt, falls ihr im Liebesbrief etwas schreibt, dass stilistisch unbeholfen klingt, könnt ihr frisch und frei loslegen, zu beschreiben, was euch an eurem Geliebten gefällt. Gut gewählte Beispiele zeigen, dass Ihr euren Empfänger wirklich kennt, auf ihn achtet, auf alles, was er tut. Wie er zum Beispiel den Teebeutel genau drei Mal in das heiße Wasser tunkt, bevor er ihn endgültig rausnimmt.

Wie er lacht, wenn er im Fernsehen seine Lieblings-Comedy-Serie sieht, wie er sein Brötchen beschmiert und so weiter. Es ist erfreulich, zu lesen, dass jemand seinen verliebten Blick auf einem ruhen lässt, wenn man Leberwurst auf sein Brötchen schmiert.


Ein Liebesbrief als Beziehungsretter?

Falls es in der Beziehung gerade kriselt, ist ein Liebesbrief ein hervorragender Weg zur Konfliktlösung. Denn nachdem man ausgedrückt hat, was man am Gegenüber schätzt und liebt, darf man auch getrost kommunizieren, was einem fehlt. Aber ohne Anklage, immer hübsch bei sich bleiben, bei den eigenen Gefühlen.
Am Ende des Liebesbriefs muss eine Liebeserklärung stehen, diese darf nicht bombastisch sein. Kein Gedicht ausdenken! Da droht wieder der Kitsch.

Einfach nur die magischen drei Worte hinschreiben: „Ich liebe Dich!“. Und dann: Dass man wirklich froh ist und dankbar, den anderen gefunden zu haben – und dass man an diese Beziehung, an diese Liebe, unerschütterlich glaubt.

Seid sicher: Mit dieser Art Liebesbrief ist die Liebe leicht gemacht! Leicht und schön.
Eure Birgit


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