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Liebesbeweise: Wie wichtig sind kleine Gesten?

Werden Liebesbeweise überbewertet?
Liebesbeweise: Zeigen kleine Gesten als in der Beziehung wirklich, ob es wahre Liebe ist? © Getty Images/iStockphoto, AND-ONE

Liebesbeweise: Das bedeuten Sie für die Beziehung

In der glücklichsten Beziehung, die ich je hatte, gab es um eine Sache immer Streit: Um die sogenannten "Zeichen" der Liebe. Für meinen damaligen Partner war es die größte Nerverei, dass ich ihm ständig in den Ohren lag mit meinem Wunsch nach Aufmerksamkeiten. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Er war im Alltag aufmerksam, er hat mir zugehört, mir geraten, mich in jeder Hinsicht unterstützt. Er war liebevoll, wenn ich krank war, er hat mich getröstet, wenn ich traurig war. Er hat mir auch, wenn es einen richtigen Anlass gab, einen Riesenstrauß Rosen auf den Tisch gestellt.

Aber er hat mir nie Zettelchen mit den Worten "Du bist wunderbar" auf den Tisch gelegt, wenn er zur Arbeit ging. Er hat mir auch im Laufe des Tages keine SMS geschickt mit der frohen Botschaft "Ich liebe Dich und zähle die Minuten bis zum Wiedersehen!". Er hat mir auch keine kleinen Bärchen mit einem Herzen auf der Brust unter das Kopfkissen gelegt.

Beweisen Liebesbeweise die Liebe?

Immer wenn ich eine Frau traf, die mir erzählte, wie süß ihr Freund sei, und welche neckischen Kleinigkeiten er sich ausdenke, um sie zu überraschen, war ich sauer, dass ich auf so etwas Großartiges verzichten muss. Für mich war das irgendwann derart schlimm, dass ich an der Liebe meines Partners gezweifelt habe. Denn es waren doch solche Kleinigkeiten, um die ich ihn bat, und diese Kleinigkeiten würden mich glücklich machen. Wenn er mich liebte, würde er diese Kleinigkeiten für mich tun. Das dachte ich. Er fand aber, er würde sich zum Affen machen, wenn er alles, was ich will, erfülle. Er wollte seine Liebe auf seine Weise zeigen.

Das Problem mit den Zettelchen, die ein Mann nicht schreibt oder den SMS, die er nicht schickt, das haben viele Frauen. Und viele leiden eben auch sehr darunter, weil es für sie ans Eingemachte geht. Sie denken: Mensch, es wäre doch nur eine kleine Geste, warum tut er mir den Gefallen nicht? Tja, warum nicht? Das ist die Gretchenfrage.

Ich bin heute klüger als zu der Zeit als ich meinen Freund ewig mit meiner Sehnsucht nach Zettelchen bombardiert habe. Ich konnte gut mit ihm reden, er hat mir erklärt wie Männer in der Hinsicht ticken. Ich habe verstanden. Ich habe daraus gelernt. Vor allem wenn sie sehr männlich sind, was ja wunderbar ist, haben Männer, wenn sie ihre Frau besonders lieben, Bedenken, sie könnten zum Pantoffelhelden werden. Deshalb müssen und wollen sie sich abgrenzen.

Sie wollen nicht auf jeden unserer klitzekleinen Wünsche und auf jede unserer nervösen Befindlichkeiten eingehen, weil sie fürchten, dass sie dann zum Hampelmann werden. Und wir sie dann nicht mehr lieben, sie austauschen gegen einen souveräneren Mann. Wir wollen schließlich einen männlichen Mann.

Der wahre Grund, warum Männer unserem Drängen also nicht nachgeben, ist, dass sie uns lieben! Dass sie wissen, vielleicht mehr wissen als wir selbst, dass wir es in Wahrheit gar nicht so toll finden würden, wenn sie auf jedes unserer Bedürfnisse eingehen. Vor allem, wenn es ihnen nicht entspricht.

Wenn es eben nicht ihre Weise ist, Liebe zu zeigen. Und noch eines: Mein Freund hat mich darauf gebracht, wie viele Männer über alle Maßen einfallsreich sind mit Zettelchen hier und SMS da. Und dabei trotzdem ihre Frauen belügen und betrügen.

Fazit: Zettelchen und SMS können, müssen aber keine Zeichen großer Liebe sein! Wichtig ist, dass ein Mann uns liebt. Auf seine Weise!  

So ist das.  

Alles Liebe, Eure Birgit

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