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Lieber alleinerziehend als einen Mann haben?

Lieber alleinerziehend als einen Mann haben?
© Splash News

Alleinerziehend ist anstrengend genug!

„Ich brauche keinen Mann - mein Baby macht schon genug Arbeit." Der Hollywood-Star Charlize Theron zieht ihren Sohn Jackson (7 Monate) lieber alleine groß, als sich zwischen Mann und Kind aufzureiben. Sind wir nicht alle ein bisschen Charlize, zumindest die fest gebundenen unter uns? Und damit meine ich nicht die hinreißende Mähne, die Modellfigur und das Bankkonto der 36-jährigen, sondern ihre unromantische Haltung zur Ehe. Ist ein Mann wirklich so arbeitsintensiv wie ein weiteres Kind?

Von Karla Steuckmann

Wenn ich die Mädelsabende der vergangenen 25 Jahre auswerte, dann komme ich zu dem Schluss, dass das nicht stimmen kann. Ein Mann ist nicht so stressig wie ein Kind - wenn man Pech hat, ersetzt er sogar vier bis fünf Kinder in verschiedenen Entwicklungsstufen. In seiner Sporttasche riecht es wie bei einem 14-jährigen Pubertier unterm Bett und so sieht es darin auch aus. Im Bad schmutzt er wie ein Zehnjähriger, der für den Weitpinkel-Wettbewerb trainiert. Nur dass ein Zehnjähriger noch keine Bartstoppeln auf seine Zahnpasta-Placken im Waschbecken werfen kann.Wenn das Essen fertig ist, muss man ihn in die Wirklichkeit zurückbrüllen wie einen Siebenjährigen von seinen Transformer-Monstern, weil er gerade am PC eine Horde Fantasiefeinde niedermetzelt, was er allerdings als E-Mail-Checken verkauft.

Beim Essen schlabbert er die Sets und seine Oberbekleidung voll wie ein Dreijähriger, der für den Besteck-Führerschein übt. Lässt man ihn den Tisch decken, spielt er Hänsel und Gretel mit allem nach, was krümeln kann und legt eine Brotspur zwischen Küche und Esstisch.

Wie ein Säugling weckt er uns durch laute Geräusche aus Mund und Nase im Schnitt viermal nachts auf und gibt erst dann für eine Weile Ruhe, wenn man ihn an die Möpse lässt.

An Frauenstammtischen geht die Legende um, dass NASA-Ingenieure den Klettverschluss zu einer Zeit erfanden, als Raumfahrt noch reine Männersache war, weil die Jungs da oben sonst kalte Füße gekriegt hätten. Beim Teflon sind wir uns sicher: Ohne würden sie zu wenig Eier bekommen, wenn wir auf Dienstreise oder im Wochenbett sind.

So, das war der lustige Teil. Jetzt machen wir eine kleine Yoga-Übung, die "dorniger Strauch der Schuld" genannt wird. Stellen sie sich gerade hin, strecken sie den rechten Arm aus (Linkshänderinnen nehmen den linken) schließen sie die Augen, packen sie sich an die eigene Nase und ganz ruhig weiteratmen...

Männer muss man auch noch erziehen

Wer zuhause statt einem erwachsenen Partner eine multiple Persönlichkeit aus verzogenen Kindern durchbringt, der hat definitiv was falsch gemacht. Entweder bei der Partnerwahl: Wer mit 35 noch bei Mutti unter der Mansarde mit Bundesliga-Stecktabelle am Bettsofa wohnt, ist möglicherweise nicht der anpackende Macker. Der wechselt nur das Nest.

Viel öfter schleicht sich der Fehler schleicht im Zusammenleben ein: Zum Verhätscheln gehören zwei. Eine, die meint, alles besser und schneller selbst zu können und einer, der merkt, dass ihm der Arsch nachgetragen wird, sobald er sich ein bisschen blöd stellt. Kennen wir, oder? "Schatz, wo muss noch gleich der Klarspüler rein?" "Lass mal, ich mach das schon..." Pädagogisch sinnvoller ist es, sich die Mühe zu machen, dem Techniker, Mechaniker, Ingenieur oder IT-Fachmann die Löcher in der Spülmaschinen-Tür zu erklären. Nach drei bis zehn solcher Nachschulungen wird ihm das Fragen zu anstrengend und er tut's einfach. Wer seinem Partner nichts zutraut oder zumutet, hat irgendwann wirklich ein Kind mit Haaren im Gesicht, das: "Feertiiigg - abputzen!" aus dem Bad ruft.

Fazit: Männer entwickeln sich nur so weit zurück, wie wir sie lassen. Nur das mit der Zahnpasta und den Bartstoppeln im Waschbecken lässt sich nicht abtrainieren. Manche männlichen Schluderigkeiten scheinen genetisch bedingt zu sein.

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