BEZIEHUNG BEZIEHUNG

Liebe: Männer brauchen mehr Zärtlichkeit

Liebe: Männer brauchen mehr Zärtlichkeit
Laut einer Studie legen Männer viel Wert auf Zärtlichkeit. © Lev Dolgatshjov, lev dolgachov

Liebe und Zärtlichkeit machen den Mann glücklich

Wann ist ein Mann ein Mann? Oder genauer gefragt: Wann ist ein Ehemann ein glücklicher Mann? Spontan würde man vielleicht sagen: Wenn er den größten Grill hat, immer ein kaltes Bier im Kühlschrank, ausreichend Sex und ansonsten seine Ruhe. Neeeeeeiiiin! Ganz falsch! Ein Mann braucht zum Glücklichsein nämlich vor allem eins: Zärtlichkeit. Ein Küsschen hier, eine Umarmung da. Und auch mal ein bisschen Geknuddeltwerden, einfach so, weil man sich lieb hat. Frauen dagegen - die brauchen für ein erfülltes Eheleben auch ein erfülltes Sexualleben.

Von Ursula Willimsky

Diese Thesen haben wir jetzt nicht der neuen Frauen-Fibel "Wie bastel ich mir meinen Traum-Mann für AnfängerInnnen" entnommen, sondern einer wissenschaftlichen Studie. Das Kinsey Institute an der Universität von Indiana hatte Langzeitpaare nach ihren Glücksfaktoren befragt. Und siehe da: Überraschend viele Männer (zwischen 40 und 70) nannten Zärtlichkeit als einen ganz wichtigen Faktor. Außerdem gaben die glücklichen unter ihnen an, dass es ihnen sehr wichtig sei, dass die Partnerin ein erfülltes Sexualleben habe.

Männer wollen ein erfülltes Sexleben für Partnerin

Und das trifft sich gut: Genau dieser Punkt ist es nämlich, den glückliche Langzeit-Ehefrauen besonders oft nannten. Sie berichteten sogar häufig davon, dass sich im Laufe der (Ehe)-Jahre ihr Sexualleben deutlich verbessert habe. Nix also von wegen Langeweile in langen Beziehungen. Allerdings braucht man für diese Art der Erfüllung einen langen Atem: Der neuralgische Punkt scheint bei 15 Jahren zu liegen: Davor bewerten viele Frauen ihre ehelichen Betterlebnisse als so lala, danach steigert sich der Prozentsatz der Zufriedenen deutlich.

Wobei die möglichen Gründe, die Studienleiterin Dr. Julia Heiman nennt, leider nicht ganz so prickelnd klingen: Die Erwartungshaltung der Frauen könnte sich im Laufe der Jahre verändert haben. Ihr Leben entspannter geworden sein, weil zum Beispiel die Kinder älter geworden sind. Oder aber auch ganz lapidar: Sie haben durchgehalten, weil sie von vorneherein recht zufrieden waren. Die ganz unzufriedenen haben vielleicht schon vor Ablauf der 15-Jahre-Frist den Gatten in die Wüste oder zum Scheidungsanwalt geschickt. Frauen als unersättliche Sex-Bestien, denen vor allem das eine wichtig ist? Männer als zarte Softis, die sich nach Küssen und Umarmungen sehnen? Müssen wir am Ende jetzt all unsere liebgewonnen Geschlechter-Stereotypen vergessen? Laut Studie steht der Knuddel-Faktor bei den Männern ja ganz oben auf der Liste, wenn es um Glück in der Partnerschaft geht.

Und was lernen engagierte Ehefrauen daraus? Dass so ein Mann gehegt und gepflegt werden will, wenn er gedeihen soll (und möglichst glücklich bei einem bleiben soll). Mit einem Quickie alle zwei Monate ist in Sachen Beziehungs-Pflege also nichts zu reißen. Und überhaupt - an diese Stelle passt ganz hervorragend ein kleiner Verweis auf ein weiteres Ergebnis der Studie: Je mehr Partnerinnen ein Mann hatte, desto unzufriedener war er mit seinem Sexual-Leben. Ätsch-Bätsch! Rufen wir da all den notorischen Fremdgängern und Nix-Anbrennen-Lassern zu! Monogame Tendenzen zahlen sich aus, vor allem für die eigene Zufriedenheit.

Wer vor allem an die Partnerin denkt (siehe oben), kann sich und seine Gattin auch über lange, lange Ehejahre hinweg glücklich machen. Und dafür - versprochen - hat sich der Gatte dann auch ein paar Streicheleinheiten extra verdient.

Anzeige