Liebe hinter Gittern: eine verhängnisvolle Leidenschaft

Liebe hinter Gittern
Diese Justizbeamtin hat sich in einen Häftling verliebt

Justizbeamtin verliebt sich in Häftling

Es ist die Geschichte einer verbotenen Liebe: Sandra O. liebt einen Häftling. Die Österreicherin war Justizbeamte, in dem Gefängnis, in dem Sufjan sitzt. Er wurde zu neun Jahren Haft wegen schweren Raubes verurteilt. Sie überwacht ihn jeden Tag – und verliebt sich. Die gemeinsame Tochter Alissa wird in den nächsten Jahren wohl ohne Vater aufwachsen.

"Wir haben die Ausgänge miteinander verbracht und das wurde immer intensiver. Wir haben schnell erkannt, dass es eine sehr ernste Sache ist", erinnert sich die 35-Jährige im Interview. "Es ist die große Liebe. Er fehlt mir sehr und ich brauche ihn", beschreibt sie. Doch erst mal müssen sie und ihre Tochter ohne ihn auskommen. Denn Sufjan wird noch einige Jahre im Gefängnis bleiben müssen.

Beziehungen und Affären im Gefängnis sind keine Seltenheit. Auch Gefängniswärter Holger G. soll eine Insassin geschwängert haben. Der Familienvater hat nach eigenen Angaben eine Affäre mit Conny B. Sie sitzt wegen Mordes an ihrem eigenen Baby in einem Frauengefängnis in Chemnitz. "Ich weiß selbst nicht, wie es dazu kam. Es waren nur fünf Minuten, dann war alles vorbei. Das hätte mir nicht passieren dürfen. Es tut mir so leid", erklärte der 49-Jährige im Interview mit der 'Bild'.

Sie darf ihn zweimal im Monat besuchen

Noch heftiger ist der Fall von Kerstin S. Denn die Gefängnispsychologin der Justizvollzugsanstalt Stadelheim soll mit zwei Häftlingen im Alter von 25 und 40 Jahren mehrfach Sex gehabt haben. Das Unfassbare: Kerstin S. soll für die sexuellen Handlungen mit dem 40-Jährigen rund 32.000 Euro bezahlt und ihm positive Gutachten geschrieben haben. Jetzt steht die 50-Jährige vor Gericht, ihr droht eine mehrjährige Haftstrafe. Dass Personal und Insassen sich nahe kommen, passiert immer wieder, stellt Experte Christian Lukas-Altenburg fest: "Es entwickeln sich soziale Beziehungen, die dazu führen, dass Paare daraus werden können. Das ist sehr häufig der Fall. Es gibt Fälle, in denen Bedienstete versetzt werden."

Sandra O. wurde vom Dienst suspendiert – nicht nur wegen ihrer Beziehung zu Sufjan, sondern auch, weil sie mehrere Handys ins Gefängnis geschmuggelt hat. Deswegen wurde sie von einem österreichischen Gericht zu 18 Monaten auf Bewährung verurteilt. Im November kam das Töchterchen Alissa zur Welt – der Vater konnte bei der Geburt nicht dabei sein. Und er wird noch häufiger fehlen: "Die ersten Schritte, den ersten Zahn – all das wird er verpassen", beschreibt Sandra. Einen kleinen Trost gibt es aber: Zweimal im Monat dürfen sie ihn besuchen.

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